Atomkraft

20 Jahre Tschernobyl – Atomkraft ist unverantwortlich

April 1986. Eine Kettenreaktion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl löst die bisher größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Atomkraft aus.

Die Bilanz des schrecklichen Ereignisses: 400.000 Menschen müssen dauerhaft umgesiedelt werden. Bis zu 100.000 Menschen sterben, viele erkranken schwer. 20 Jahre später haben die Gefahren der Atomenergie eher noch zugenommen. Großunfälle sind nach wie vor möglich, die Endlagerung des Jahrtausende strahlenden Atommülls bleibt ungeklärt. Die Anschlagsgefahr sowie die Bedrohung durch terroristischen Schmuggel sind gestiegen.

Rot-Grün hat gehandelt und gesetzlich geregelt, dass bis 2021 alle Atommeiler vom Netz gehen müssen: die alten zuerst. Die schwarz-rote Regierung hat zwar vereinbart, am Ausstiegsbeschluss festzuhalten. Doch aus der Union und den großen Energieunternehmen kommen Forderungen, die Nutzung der Atomkraft zu verlängern, gar neue Atomkraftwerke zu bauen.

Alles spricht für den Ausstieg

Die Atomwirtschaft, Union und FDP machen gegen den Atomausstieg mobil. Hohe Ölpreise und die Erdgaskrise nehmen sie zum Anlass, um die Stimmung zu wenden: für einen „Ausstieg aus dem Atomausstieg“. Die Stromkonzerne fordern ungeniert längere Laufzeiten für ihre alten Anlagen. Sie sehen die Chance, weitere Investitionen zu umgehen und ihre Monopolgewinne zu steigern.

Doch die Argumente der Atomfreunde halten einer Überprüfung nicht stand:

  • Atomkraft ist gefährlich und nicht beherrschbar.
  • Sie macht abhängiger von knappen Rohstoffen.
  • Sie ist viel zu teuer und trotz Milliardensubventionen nicht wettbewerbsfähig.
  • Verlängerte AKW-Laufzeiten erhöhen die Risiken und blockieren gleichzeitig den Ausbau zukunftsfähiger Alternativen.
  • Die Endlagerung des strahlenden Atommülls ist völlig ungeklärt und belastet kommende Generationen auf tausende von Jahren.

Nicht sicher

Längere AKW-Laufzeiten würden das atomare Katastrophenrisiko einer weiteren Generation zumuten und es zugleich vergrößern. Denn Reaktoren „altern“. Korrosion, Risse an der Oberfläche oder an Schweißnähten im Reaktordruckbehälter sind solche folgenschweren Alterserscheinungen. Auch nach Tschernobyl gab es ein halbes Dutzend Beinahe-Katastrophen – in den USA, in Ungarn, in Japan, in Deutschland.

Eine weitere tödliche Gefahr ist mit dem internationalen Terrorismus herangewachsen. Kein Meiler der Welt würde den Angriff mit einem voll getankten Großraumflugzeug überstehen. Unterdessen produzieren wir weiterhin Atommüll. Doch wohin damit? Bis heute ist die Endlagerung ungeklärt. Ein Problem, das den kommenden Generationen für Jahrtausende aufgebürdet wird.

Nicht billig und nicht sauber

Atomkraft sei billig, wird behauptet. Das ist falsch. Die Atomenergie ist lange Zeit massiv subventioniert worden – in Deutschland mit insgesamt über 100 Milliarden Euro. Und noch immer wird sie – durch Forschungsmittel, Steuervorteile und die weit gehende Freistellung von Haftungsrisiken – wirtschaftlich bevorzugt. Trotzdem kann sie auf funktionierenden Energiemärkten nicht mit anderen Energien konkurrieren. Nur alte, abgeschriebene Anlagen können das. Lässt man die Anlagen weiterlaufen, geht der Anreiz verloren, in moderne erneuerbare Energien und Energiespartechnik zu investieren.

Und sauber? Wie steht es um den Beitrag der Atomenergie zum Klimaschutz? Zum einen emittieren auch AKW über die gesamte Produktions- und Entsorgungskette erhebliche CO2-Mengen. Wichtiger ist aber: Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Energieversorgung liegt heute bei nur 2,5 Prozent. Sollte sie aus Klimaschutzgründen einen deutlich höheren Anteil abdecken, müssten zusätzlich tausende neue Atomkraftwerke gebaut werden.

Atomkraft ohne Perspektive

Bei keinem Energieträger ist Deutschland so sehr von Importen abhängig wie beim Uran – nämlich zu 100 Prozent. Und dieser Brennstoff ist nur noch sehr begrenzt verfügbar. Geht man von den aktuellen Nutzungsplänen aus, dann reichen die wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen noch etwa 30 bis 40 Jahre. Weltweit ist der Anteil der Atomkraft an der Energieerzeugung sehr gering. Wenigen Neubauten stehen zahlreiche altersbedingte Abschaltungen gegenüber. Zwar befi nden sich derzeit offi ziell 30 Atomkraftwerke im Bau. Aber mehr als die Hälfte davon sind Bauruinen, an denen seit etwa 20 Jahren „gebaut“ wird. Eine sichere Energieversorgung wird sich weder in Deutschland noch weltweit auf Atomkraft stützen können.

Die Zukunft ist solar

Auf die energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft haben wir eine dreifache Antwort – die drei E?s:

  • Erneuerbare Energien
  • Energieeffizienz
  • Energieeinsparung

Sonne, Wind und Wasser, Erdwärme, Biomasse und Meeresenergien liefern die Energie von morgen. Ihre Nutzung rentiert sich heute schon. Von 1998 bis 2005 haben wir die richtigen gesetzlichen Weichen gestellt. Mittlerweile arbeiten über 170.000 Menschen in dieser Wachstumsbranche, mehr als in der Atom- und Kohleindustrie zusammen.

In Deutschland wurde die Atomenergie von den erneuerbaren Energien überholt. Deren Anteil liegt bei 6,4 Prozent und ihr Potenzial ist praktisch unbegrenzt.

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