Fukushima

3.500 Atomgegner demonstrieren für Ende der Uranaufbereitung in Gronau

Gronau, 11. März 2012: Es ist der 1. Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima, Japan. Bundesweit wird an sechs Orten demonstriert – darunter das münsterländische Gronau. 3.500 Atomgegner sind nach Gronau gekommen, um für die Stilllegung der Urananreicherungsanlage (UAA) zu demonstrieren. Es ist nämlich der Ort, wo die einzige kommerzielle Anlage dieser Art Brennstoff für Kernkraftwerke weltweit produziert. Unter den Demonstranten sind mehr als 1.000 GRÜNE, u. a. unsere Landesvorsitzende Monika Düker und unsere stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann.

Es ist gutes Demo-Wetter: Die Sonne scheint, der Frühling liegt in der Luft. In Gronau herrscht ein buntes Treiben, einige sind sogar in Verkleidung angereist. Viele haben bunte Farben im Gepäck, der Bahnhofsvorplatz, der Treffpunkt der Demonstranten, füllt sich. Live-Musik schallt vor Beginn der Auftaktkundgebung über den Platz. Man blickt auf ein Farbenmeer – mittendrin auch viele Kinder mit bunten Luftballons.

Bewegendes und Forderndes zum Auftakt

Zu Beginn spricht auch die Japanerin Naho Dietrich-Memento, die heute im Münsterland lebt, über ihre Heimatstadt Fukushima-City. Ein bewegener Moment zum Auftakt der Protestaktion. „Meine Heimat wird nie mehr so sein wie früher. Ich werde nicht aufhören, Teil der Anti-AKW-Bewegung zu sein, bis alle Kraftwerke in der ganzen Welt abgeschaltet werden.“ Marita Wagner vom Gronauer Trägerkreis der Fukushima-Demonstration bringt es dann auf den Punkt: „Wir erzeugen täglich Müll, den wir künftigen Generationen hinterlassen. Damit muss endlich Schluss sein.“ Zwischendrin sind dann Sprechchöre zu hören, die fordern: Abschalten! Mit einer Schweigeminute wird der Opfer des GAUs von Fukushima gedacht. Vom Bahnhof aus geht es weiter zur etwa fünf Kilometer entfernten, einzigen Uranfabrik Deutschlands, wo es am Nachmittag eine Abschlusskundgebung gibt.

Demo gegen UAA Gronau und Atomanlagen weltweit

Die Urananreicherung gehört zur atomaren Brennstoffkette dazu. Deshalb haben wir Grüne auch die Stilllegung der UAA zum Ziel. „Der Atomausstieg in Deutschland ist erst dann vollendet, wenn auch kein Uran für die Verwendung in Kernkraftwerken mehr angereichert wird“, sagt unsere Landesvorsitzende, Monika Düker.

Deshalb war auch diese Demo sehr GRÜN. Denn aus ganz NRW kamen die gut 1.000 GRÜNEN, die Seite an Seite mit Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen am Fukushima-Jahrestag in Gronau auf die Straße gingen. Viele von ihnen kamen mit eigens organisierten Bussen dorthin.

Zeitgleich zur Demo in Gronau haben weitere Proteste an den AKW Brokdorf, Gundremmingen und Neckarwestheim stattgefunden. In Hannover und im Braunschweiger Land demonstrierten Atomkraftgegner gegen das Atommülllager Salzstock Asse II. Mit den Demos sollte zum einen an die Opfer der Atomenergie erinnert, aber auch vor dem Betrieb von Kernkraftwerken und Atomanlagen auf der ganzen Welt gewarnt werden.

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