Klimakonferenz 2015 in Paris

Zwischenstand in Paris ist besorgniserregend

In Paris kommt der Weltklimagipfel in die entscheidende Phase. Warum ein Durchbruch bei Gipfel gerade für NRW so wichtig ist, erklärt unsere Vorsitzende, Mona Neubaur.

Der aktuelle Verhandlungsstand ist besorgniserregend. Was in Paris als Entwurf eines Klimaabkommens auf dem Tisch liegt, ist noch voll von unzähligen Widersprüchen, es gibt zahllose Optionen und Stolpersteine. Jetzt müssen die Verhandler*innen zeigen, dass es ihnen wirklich um eine Rettung des Weltklimas geht. Der momentane Verhandlungsstand wird allerdings zu einer Temperaturerhöhung von 3 Grad Celsius führen. Es ist jedoch unbedingt notwendig, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Entscheidend dafür ist, dass im Vertragswerk substantielle Mechanismen verbindlich verankert werden.

Die bloße Zahl 1,5 Grad im Vertrag wird keinem Inselstaat helfen, die Folgen der Klimakrise im Rahmen zu halten.

Ein weitreichendes Umsteuern beim Klima ist besonders für unser Bundesland NRW von Bedeutung. Tausende Menschen bekommen hier den klimapolitisch widersinnigen Abbau von Braunkohle zu spüren – etwa, indem sie ihre Heimat verlieren. Hier muss die Bundesregierung liefern und endlich auch mit den Energieversorgern eine Energiepolitik der Erneuerbaren ambitioniert verhandeln, statt weiterhin durch Klimaabgabe und andere Punkte die Geschäftsmodelle der 50er Jahre zu unterstützen. Die Bundesregierung muss den Kohleausstieg angehen und ein Klimaschutzgesetz vorlegen, das die Minderung des Klimagasausstoßes endlich verbindlich macht.

Die Devise muss lauten: Keine Kohle für Kohle.

Eine politische Unterstützung alter Geschäftsmodelle a la RWE und Eon kann sich eine zukunftsfähige Gesellschaft einfach nicht mehr leisten. Investitionen in Kohle haben die Kreditwürdigkeit der Konzerne schon jetzt nachhaltig beschädigt – das gefährdet tausende Arbeitsplätze in NRW. Angela Merkel und Barbara Hendricks inszenieren sich auf internationaler Bühne als Klimaschützer*innen, während ihr Wirtschaftsminister Gabriel der ungebremsten Verbrennung von Kohle den Weg bereitet – etwa durch die neu-geschaffene Subventionierung alter Braunkohle-Dreckschleudern.

NRW mobil – mit weniger Verkehr

Der Ausstieg aus der Kohle allein wird allerdings nicht genügen, um die notwendige Minderung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Zusätzlich brauchen wir eine radikal auf Klimaschutz ausgerichtete Verkehrspolitik. An unseren Hochschulen und Forschungsinstituten arbeiten hervorragende Ingenieure und Wissenschaftler. Der Auftrag aus der Politik an sie muss lauten: macht NRW mobil, aber mit weniger Verkehr.

Alle Experten sind sich einig: Das Ziel, die Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40% zu reduzieren, ist nur durch ein entschiedenes Handeln zu erreichen. Es sind nur noch fünf Jahre Zeit bis dahin, die Reduktionsleistung müsste verdreifacht werden. Ob das gelingt, entscheidet sich zu einem großen Teil in NRW.”

Zum Team Klimaretten

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