Klimaschutz

Folgen des Klimawandels

Um fast ein Grad Celsius erwärmte sich die Erde in den letzten 60 Jahren, die Temperatur der Ozeane stieg permanent. Ursache sind die sogenannten Treibhausgase, die die Wärmeabstrahlung der Erde absorbieren, sodass sich die Erde schließlich erhitzt. In den Polarmeeren und den Hochgebirgen hat der Klimawandel die deutlichsten Folgen: das Eis schmilzt – mit verheerenden Folgen für das Klima. Welche Folgen hat der Klimawandel noch für Mensch und Natur?

Schmelzende Gletscher, brechende Polkappen

In allen großen Gebirgsketten der Welt gehen die Gletscher zurück; die Alpen haben seit der Industrialisierung die Hälfte ihres Eises verloren. Die Geschwindigkeit des Rückgangs nimmt zu.

Ebenso ist ein Rückgang des arktischen Meereises von über 40% seit 1979 festzustellen. Wissenschaftler haben errechnet, dass das arktische Meer bereits um 2050 im Sommer eisfrei sein könnte. Da Eis Sonnenlicht zu über 90% reflektiert, Meerwasser aber die gleiche Menge des Lichtes in sich aufnimmt, wird sich gerade dadurch das Abschmelzen des arktischen Eises die Erwärmung weiter verstärken.

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Rapide schmilzt auch das Eisschild in der Antarktis. Von 2002 bis 2011 verlor sie sage und schreibe 147 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr.

Rund um die arktischen Eisgebiete tauen zudem die seit der letzten Eiszeit tiefgefrorenen Permafrostböden auf. In den arktischen Torfmooren sind aber riesige Kohlenstoffmengen gebunden, die durch ein Auftauen freigesetzt werden und mit ihm das klimaschädliche Methan.

Saure Meere und kollabierende Ökosysteme

Seit Beginn der Industriellen Revolution haben die Weltmeere viele Milliarden Tonnen vom Menschen freigesetztes Kohlendioxid aufgenommen. Dadurch sinkt aber auch der pH Wert des Wassers, was einer gleichzeitigen Erhöhung der Säuremenge entspricht. Dadurch geht aber auch der Carbonat-Anteil des Wassers zurück. Carbonat ist eine Substanz, mit der viele Meeresorganismen ihr Kalk-Skelett aufbauen. Die Versauerung der Meere gefährdet daher das Wachstum Kalk bildender Organismen und schädigt die Grundlage der Nahrungskette der Weltmeere. Ähnliches gilt für das empfindliche Ökosystem Korallenriff. Im australischen Great Barrier Reef enthalten die Korallen über 14 Prozent weniger Carbonat als vor 25 Jahren. Die Riff bildenden Steinkorallen gehören bereits heute zu den am stärksten gefährdeten Organismengruppe der Erde. Sterben die Korallen, sterben auch Pflanzen und Tiere, die in den Riffen nach Nahrung oder Schutz finden. Ganze Ökosysteme drohen zu kollabieren.

Flut, Waldbrände, Stürme – auch in NRW

Auf die Rekordniederschläge in den Alpen und die „Jahrhundertflut” der Elbe 2002 folgte der Hitzesommer 2003. Die Rekordwerte in den Alpen wurden bereits 2005 und die der Elbe 2006 noch einmal übertroffen. Aber nicht nur Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu. Extreme Trockenheit in den Waldgebieten der Erde führte in den vergangenen Jahren zu zunehmenden Waldbränden; betroffen waren nicht nur Mittelmeerländer wie Spanien und Portugal, sondern auch Wälder in Alaska oder tropische Regenwälder, wie in Indonesien. Der Juli 2015 war nach Angaben amerikanischer Meteorologen der heißeste Monat seit Beginn der Klimaaufzeichnungen im Jahr 1880. Ein weiteres Indiz für den Klimawandel sind die an Zahl und Heftigkeit zunehmenden tropischen Wirbelstürme. Zum Teil treten sie heute in Regionen auf, wo es sie nie zuvor gab – wie im Südatlantik vor der brasilianischen Küste oder in Europa, wo Hurrikan Vince im Oktober 2005 Spanien erreichte. Auch für NRW bekommt den Klimawandel zu spüren: Es kann mehr und stärkeren Stürmen gerechnet werden. „Ela“ und „Niklas“ könnten hier bereits Vorboten gewesen sein.

Naturkatastrophen wie diese verursachen nicht nur hohe materielle und finanzielle Schäden, sondern kosten auch Menschen das Leben. So hat allein Sturm Ela in NRW Millionenschäden angerichtet, sechs Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Veränderte Lebensräume und aussterbende Arten

Eine Erwärmung ihrer Umwelt bedeutet für lebende Arten eine Veränderung ihres Lebensraums: Problematisch ist dies vor allem für Arten, die selbst oder deren Nahrung an enge Temperaturgrenzen angepasst sind. Da die Veränderung sehr schnell geschieht können sie sich nur durch Abwanderung anpassen. Problematisch ist das vor allem für Arten, die nicht ohne weiteres wandern können – wie beispielsweise die bereits erwähnten Korallen. Sie sind daher besonders durch die Klimaerwärmung gefährdet, auch weil durch höhere Wassertemperaturen die Algen, die in ihnen leben, die Korallen schädigen. Das heutige Ausmaß der Zerstörung der Korallenriffe ist erschreckend. Mit ihr geht auch ein wertvoller Schutz für die durch den Meeresanstieg gefährdeten Küsten verloren.

Das Beispiel der Korallen zeigt, wie der Klimawandel Lebensräume so verändert oder zerstört, dass ganze Arten aussterben.

Überaus empfindlich reagieren auch die tropischen Hochlandwälder. Die hier lebenden Arten können bei weiterer Erwärmung kaum weiter nach oben ausweichen. Gleichzeitig bilden sich die für das Ökosystem dort so wichtigen Feuchte bringenden Nebel wegen steigender Temperaturen zurück, was zu Austrocknung führt.

Krankheiten, mehr Insekten und Luftbelastung

Durch den Klimawandel verursachte Hitze oder extreme Kälte wirken sich natürlich auch auf uns aus. Vermehrte Krankheiten, erhöhte Sterblichkeit und generell mangelndes Wohlbefinden sind ebenso Folgen wie die Bedrohung durch Naturkatastrophen.

Weitere indirekte Folgen: Da sich Insekten, so wie Stechmücken oder Zecken, bei Wärme ganz besonders wohlfühlen, wird es auch hier zu einem Anstieg kommen. Allergiker haben mit einer verlängerten Pollensaison zu kämpfen und auch die klimabedingte Luftbelastung beeinträchtigt die Gesundheit.

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