Jagdgesetz

Katzenabschuss beenden!

Wir machen das Jagdgesetz fit für das 21. Jahrhundert: Mehr Tierschutz, mehr Artenschutz, mehr Naturschutz. Das jetzige Jagdgesetz wird diesen Anforderungen schon lange nicht mehr gerecht – ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Zeiten ändern sich. So platt dieser Kalenderspruch auch sein mag, von der Hand zu weisen ist er nicht. Das gilt auch für die Jagd: Das Bundesjagdgesetz hat viele Elemente des Reichsjagdgesetzes von 1934 übernommen. 1974 wurde es novelliert und schon dort wurden der Schutz des Forstes und der Artenschutz wichtiger. GRÜN plant jetzt den großen Wurf – ein ökologisches Jagdgesetz für das 21. Jahrhundert!

Zeiten ändern sich

Dabei hat sich einiges getan, was für die Jagd von Bedeutung ist – auch jenseits unserer Wälder: Seit 2002 ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert. 1934 war das sicherlich noch unvorstellbar. Zugleich verändern sich unser Wissen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd: Einiges von dem, das vor Jahren noch als vernünftig galt, ist längst überholt und ruft Kopfschütteln hervor.

Gute Gründe für das neue Jagdgesetz

Das neue Jagdrecht trägt unserem aktuellen Wissen über die Flora und Fauna Rechnung. Es ist ein Jagdrecht, das Tierschutz ernst nimmt. Neben Flora und Fauna profitieren davon vor allem – die Jäger*innen:

  • Kein Haustierabschuss mehr: Mit dem neuen Gesetz schützen wir Haustiere vor unnötigem Abschuss. Bislang dürfen z.B. Hauskatzen erschossen werden, wenn sie sich mehr als 200 Meter von einem Wohnhaus entfernt aufhalten. In den letzten zwei Jahren wurden so rund 17.000 Katzen abgeschossen.
  • Keine Ausbildung an lebenden Tieren: Jagdhunde werden heute noch häufig an lebenden Tieren ausgebildet. Dafür werden Enten flugunfähig gemacht, indem ihnen die Flügel zusammengebunden werden. In Hessen oder Schleswig-Holstein ist dies bereits verboten.
  • Keine bleihaltige Munition mehr: Blei ist hochgiftig. Es gibt keine untere Grenze bei der Schädlichkeit, Blei baut sich kaum ab in der Natur und kann bei regelmäßigem Verzehr von Wildbret auch für den Menschen gesundheitsschädigend sein. Deshalb soll nur noch bleifreie Munition verwendet werden dürfen.
  • Veränderung der Jagdzeiten: Die Jagdzeiten werden wildbiologischen Erkenntnissen und den Erfordernissen der Land- und Forstwirtschaft angepasst. Die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten bilden die Grundlage für die jeweilige Festsetzung.
  • Mehr Artenschutz: Der Katalog der jagdbaren Arten reduziert sich von 30 auf 25 Arten. Raus kommen u.a.: Türkentaube, Höckerschwan, Waldschnepfe, Blesshuhn, Lach- und Silbermöwen.
  • Keine Fallenjagd mit Totschlagfallen mehr: Totschlagfallen töten die Tiere unter Umständen nicht direkt. Sie könnten sie auch schwer verletzen. Das ist Tierquälerei. Aus diesem Grund wollen wir Totschlagfallen abschaffen.

Mehr Demokratie mit dem neuen Jagdgesetz

Das neue Jagdgesetz schafft auch mehr Demokratie. Kleine Vereine sollen endlich gleichberechtigt und gehört werden. Denn der Landesjagdverband NRW (kurz LJV) gibt sich gerne als einziger Vertreter der Jäger, der über Waidgerechtigkeit und den Entzug des Jagdscheins entscheidet. Dabei denken längst nicht alle Jäger*innen wie er: Vereine wie der ökologische Jagdverband sind ebenfalls der Meinung, dass Jagd sinnvoll begründet werden muss, dass sich das Mensch-Tier-Natur-Verhältnis in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und dass eine ökologische Reform notwendig ist.

Der LJV spricht von einer „skandalöse[n] Bevorzugung von Minderheiten“. Das zeigt, worum es ihm geht: Nicht um eine ökologische Jagd, um Tierschutz oder um Naturschutz. Dem LJV geht es ausschließlich um die eigene Macht und den eigenen Einfluss. Doch mit dieser Politik nach Gutsherrenart und der Monopolstellung des Ladesjagverbandes macht das neue Landesjagdgesetz Schluss.

30.000 Unterschriften für das neue Jagdgesetz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sammelte mehr als 30.000 Unterschriften für das neue ökologische Jagdgesetz. In dieser Woche übergab der BUND die Unterschriften der Landtagspräsidentin Carina Gödecke.

Für mehr als 30.000 Menschen steht der Natur- und Tierschutz im Mittelpunkt: Sie wollen keine Totschlagfallen mehr, keine Baujagd und ein Endes des Katzenabschusses. Dies zeigt: Das ökologische Jagdgesetz trifft einen Nerv und wird gesellschaftlich breit getragen.

Tierschutz ist nicht verhandelbar

Doch der Landesjagdverband kämpft weiter mit allen Mitteln um seine Macht und gegen die Gleichberechtigung von kleineren Vereinen. Heute, am Mittwoch den 18. März, mobilisierte der Landesjagdverband seine Mitglieder zu einer Demo vor dem Landtag gegen das ökologische Jagdgesetz.

Auch wir waren dabei, denn für uns ist klar: Tierschutz ist nicht verhandelbar. Der Landesjagdverband sollte seine Machtspielchen überdenken.

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