Alltagstipps zum Klimaschutz

Klimaretten mit Bus und Bahn

Bahn und Bus sind echte Klimaretter – das wissen alle. Wir erklären warum und räumen mit einigen Vorurteilen auf.

15 Millionen Tonnen CO2 – So viel sparen wir in Deutschland jährlich, weil wir den öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) benutzen. Zum Vergleich: Das ist in etwa die Menge, die eine Großstadt wie Hamburg inklusive aller Haushalte, Verkehr und Industrie produziert.

Der Grund: Der ÖPV transportiert jährlich rund 10 Milliarden Menschen in Deutschland. Und Bus, Bahn und Zug verursachen im Schnitt nur halb so viele Treibhausgase wie ein Pkw. Das liegt vor allem daran, dass auf wenig Raum viele Menschen Platz finden. Wir ärgern uns zwar ab und zu, dass es in der Straßenbahn besonders voll ist, aber – kleines Trostpflaster – genau dann sind wir besonders klimaschonend unterwegs.

Der „cycling promotion fund“ hat dies sehr plakativ dargestellt. Das folgende Bild zeigt immer die gleiche Anzahl an Menschen und den benötigten Platz auf der Straße – je nach Verkehrsmittel:

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Es wird deutlich: Autos benötigen sehr viel Raum (und Treibstoff) dafür, dass sie so wenige Menschen transportieren. Trotzdem fahren wir vor allem Auto – obwohl es längst nicht immer das beste Verkehrsmittel ist. Denn der ÖPV ist besser als sein Ruf:

Vorurteil Eins: Die Bahn ist langsam

Nicht unbedingt. Sowohl in der Stadt als auch im Fernverkehr ist der ÖPV oft schneller als man denkt. Im Vergleich zum Flugzeug etwa müssen die Fahrt zum bzw. vom Flughafen, das Ein- und Auschecken sowie die Wartezeiten eingerechnet werden. Je nach Strecke ist die Bahn oft konkurrenzfähig und bringt einen direkt ins Zentrum.

Im Vergleich zum Flieger oder Auto kann man die Zeit in der Bahn auch sinnvoll nutzen: Zum Arbeiten, zum Lesen, zum Telefonieren. Die meisten ICE-Züge sind auch mit genügend Steckdosen ausgestattet und auch das W-Lan-Angebot in den Zügen wird sukzessive ausgebaut.

Auch dem Auto ist die Bahn gewachsen, nicht nur im Fernverkehr (PDF). Innerhalb der Stadt sind Straßenbahn, U-Bahn oder Bus in der Regel die bessere Alternative, denn Innenstädte sind eng und oft verstopft. Der ÖPNV verfügt dagegen häufig über eigene Spuren und Gleise, sodass man vom Stau verschont bleibt – Ein Plus besonders im Berufsverkehr.

Foto: Haltestelle einer Straßenbahn

Vorurteil Zwei: Mit dem Auto fährt man billiger

Das kommt darauf an: Geht man lediglich vom Spritverbrauch aus, scheint das Auto oft günstiger zu sein, besonders im Fernverkehr. Doch das ist eine Milchmädchenrechnung. Berücksichtigt man die Betriebskosten insgesamt, kann die Bahn aufschließen. Und günstiger als mit dem Fernbus kommt man ohnehin in keine andere Stadt.

Auch im Alltag haben Bus und Bahn oft die Nase vorne: Ein Ticket1000 im VRR etwa kostet innerstädtisch um die siebzig Euro – und kann nach Bedarf ergänzt werden. Bei einem Auto fallen aufgrund der Fixkosten dagegen laut ADAC (PDF) leicht mehrere Hundert Euro pro Monat an.

Klar: Fahren mehrere Personen in einem Auto, verliert der ÖPV schnell seinen Kostenvorteil. Aber auch sonst gibt es Mobilitätsmodelle, die günstiger sind als ein eigenes Auto – und klimafreundlicher.

Vorurteil Drei: Mit dem Auto ist man flexibler

Mit dem Auto fährt man von Tür zu Tür, da kann der ÖPV nicht mithalten. Trotzdem ist man auch mit Bus und Bahn flexibel: Das Fahrrad mitnehmen, bei Car-Sharing-Anbietern sparen oder die zahlreichen Park-and-Ride-Plätze nutzen sind einige der Möglichkeiten. Auf dem Land gibt es häufig Taxi-Busse oder Bürger-Busse als Alternative.

Außerdem ist der ÖPV ein echtes Feierbiest, denn die Kombination Auto und Alkohol ist keine gute.

Unsere Liste zeigt: Der ÖPV ist ein echter Klimaretter – und besser als sein Ruf.

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