Verbraucherschutz

Monsanto: Offener Brief an Bayer

Die Bayer AG plant die Übernahme von Monsanto. In einem offenen Brief an den Geschäftsführer von Bayer warnen wir vor den Folgen für Mensch und Umwelt.

Über unseren Brief berichtet u.A. auch die Rheinische Post.


Sehr geehrter Herr Baumann,

derzeit befindet sich Ihr Unternehmen in Gesprächen zur Übernahme des Monsanto-Konzerns. Wir Grünen sind über diese Übernahme-Pläne besorgt.
Nicht nur für uns Grüne steht Monsanto für zahlreiche Missstände des Agribusiness. Der Name steht nicht für Vertrauen, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts- sondern Risikotechnologien. Während die Skepsis der Menschen gegenüber der Agrarindustrie zunimmt, wollen Sie nun ausgerechnet in diese verbraucher- und umweltfeindliche Richtung investieren. Damit würde Ihr Konzern mit Hauptsitz in Leverkusen die eigene Erzählung über nachhaltige Unternehmenskultur konterkarieren.

Monsanto ist Marktführer bei Gentechnik

Der Agrochemie-Konzern Monsanto ist zudem ein führender Produzent von Pestiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Debatte der vergangenen Monate um die Wiederzulassung des Ackergiftes Glyphosat auf europäischer Ebene zeigt, dass die Menschen in Deutschland und ganz Europa agrarindustriellen Methoden zunehmend skeptisch gegenüber stehen. Eine Übernahme von Monsanto würde von der europäischen Bevölkerung unweigerlich als eine Aufwertung eines agrarindustriellen Kurses des Bayer-Konzerns wahrgenommen werden. Mittelfristig könnte dies zu einer Unternehmensentwicklung des Bayer-Konzerns führen, die den Fokus auf Risikotechnologie und von der Mehrheit der Gesellschaft nicht getragenen Produkten legt, was nicht in Ihrem Sinne sein darf.

Eine Übernahme von Monsanto würde zudem noch mehr Marktmacht in wenigen Händen konzentrieren – zum Schaden der Bäuerinnen und Bauern sowie den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

So werden schon heute 95 Prozent des EU-Gemüsesaatguts von Ihnen und fünf weiteren Mitbewerbern gesteuert. Durch den Kauf von Monsanto wären es dann nur noch vier. Dies führt zu einer – in unseren Augen – weiteren Einschränkung der Saatgut- und Sortenvielfalt sowie Forschungsausrichtung und steigenden Abhängigkeit von wenigen Anbietern. Dies bedeutet einen weiteren Rückgang der genetischen Vielfalt und ein weiterer Verlust der Artenvielfalt. Wir sind sicher, dass dies nicht in Ihrem Interesse ist.
Wir sehen es deshalb als unsere Pflicht an, Ihnen auch in diesem Brief unsere Meinung mitzuteilen. Vor einer Übernahme, genau vor diesen Hintergründen, wollen wir hier mit eindringlich warnen und können nur darauf hoffen, dass die ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Mit freundlichen Grüßen
Mona Neubaur, Landesvorsitzende GRÜNE NRW
Sven Lehmann, Landesvorsitzender GRÜNE NRW
Mehrdad Mostofizadeh MdL, Vorsitzender GRÜNE Fraktion im Landtag NRW
Oliver Krischer MdB, Stv. Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Bundestag

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