WDR

Funkhaus Europa: Vielfalt statt Mainstream!

Der WDR plant eine Reform des interkulturellen Radiosenders Funkhaus Europa. Die Folge der Reformen: Die Vielfalt würde stark eingeschränkt. Unsere Landesvorsitzenden lehnen in einem offenen Brief an den WDR die geplanten Änderungen ab.

Täglich schalten über 150.000 Menschen bei Funkhaus Europa ein, um die neusten Clubsounds aus Angola oder Brasilien zu hören oder um sich in ihrer Muttersprache über Neuigkeiten aus ihren Herkunftsländern zu informieren. Das Funkhaus Europa bietet dafür Beiträge auf Arabisch, Türkisch, Spanisch oder Polnisch an, die sehr beliebt sind.

Nach dem Willen von Intendant Tom Buhrow wäre damit bald weitestgehend Schluß. Statt internationaler DJs wird dann nur noch die üblich-bekannte europäische Chartmusik gespielt und die Sendezeiten der internationalen Beiträge würde über die Hälfte reduziert.

Offener Brief an den WDR

In einem offenen Brief fordern unsere Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Sven Lehmann den WDR-Intendanten Tom Buhrow auf, diese Einschnitte fallen zu lassen:

Sehr geehrter Herr Buhrow,

mit großem Bedauern nehmen wir die aktuellen Umstellungen beim internationalen und interkulturellen Hörfunkprogramm Funkhaus Europa zu Kenntnis.

Unseres Wissens wird das Angebot des Funkhauses Europa täglich von über 150.000 Hörerinnen und Hörern genutzt. Einen besonderen Stellenwert hat dabei das muttersprachliche Programm in verschiedenen Sprachen. Dieses Angebot ist historisch gewachsen und hat für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige Bedeutung. Es ermöglicht ihnen, sich regelmäßig und unabhängig von den dortigen Medien über die Entwicklungen in ihren Herkunftsländern zu informieren. Dass es gerade hier Einschnitte geben soll, finden wir falsch.

Zwar begrüßen wir es, dass der WDR das muttersprachliche Angebot auch digital nutzbar machen möchte, jedoch scheint uns eine Verlagerung des Sendeschwerpunkts in den Streamingbereich ungeignet, um weiterhin die Mehrheit der bisherigen Hörerinnen und Hörer zu erreichen. Auch die Kürzung der Beiträge – um jeweils die Hälfte der Sendezeit- scheint aus unserer Sicht ohne Qualitätsverlust nicht möglich.

Wir möchten Sie daher sehr bitten, bei den anstehenden Umstrukturierungen Charakter und Qualität des bisherigen Sendeangebotes zu bewahren.

Mit freundlichen Grüßen

Mona Neubaur und Sven Lehmann
Landesvorsitzende GRÜNE NRW

WDR kills the radio DJ

Auch in der Gesellschaft regt sich großer Widerstand gegen die Pläne. Eine entsprechende Petition auf Change.org hat bereits über 20.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gesammelt. Auch der Kölner Musiker Gentleman unterstützt die Petition:

„Funkhaus Europa ist einer der letzten Radiosender, fernab vom Mainstream, die noch Musik mit Ecken und Kanten spielen.“
– Gentleman

Jetzt Petition unterzeichnen

Rundfunkrat stimmt über Änderungen ab

In der Sitzung des WDR-Rundfunkrates am 7. März hat das Gremium den Kürzungen zugestimmt.

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