Garzweiler

Dialog hoch über dem Tagebau – Grüne Minister und Landeschefin Neubaur besuchen Garzweiler

Riesige Bagger fräsen Schicht um Schicht aus dem Boden, Förderbänder dröhnen und in der Tagebau-Grube nichts als Sand, Staub und Steine. Tief beeindruckt zeigte sich Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (GRÜNE) am Freitag (28.08.) von den Dimensionen des Tagebau-Gebiets Garzweiler. Er besuchte das Gebiet auf Einladung unserer Landesvorsitzenden Mona Neubaur im Rahmen seiner Sommertour. Am Aussichtspunkt Skywalk bei Jackerath unterhielt sich Habeck mit seinem NRW-Amtskollegen Johannes Remmel (GRÜNE), Neubaur und Vertretern örtlicher Bürgerinitiativen. Thema unter anderem: Wie können Schleswig-Holstein und NRW bei der Energiewende zusammen arbeiten.

Energieformen ohne Zukunft

„Es ist spannend zu erleben, wie sich NRW, das industrielle Herz Deutschlands, derzeit auf Veränderungen einstellt“, berichtete Habeck. Er hatte in den vergangenen Tagen unter anderem ein Steinkohle-Bergwerk besucht und eine Aluminiumhütte besichtigt. Am Freitag schaute er sich zunächst das hochmoderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf der Lausward in Düsseldorf an, dann besuchte er das rheinische Braunkohlerevier. „Braunkohle und Steinkohle sind Energieformen ohne Zukunft – jetzt geht es darum, wie neue Energien mit der Industrie verzahnt werden“, so der Minister.

Trafen sich zum Gespräch am Skywalk in Garzweiler (v.l.): Mona Neubaur, Robert Habeck, Andreas Cichy, Gabi Clever, Reinhold Giesen und Johannes Remmel.

Trafen sich zum Gespräch am Skywalk in Garzweiler (v.l.): Mona Neubaur, Robert Habeck, Andreas Cichy, Gabi Clever, Reinhold Giesen und Johannes Remmel.

Sein NRW-Kollege Johannes Remmel wies darauf hin, dass man vom Skywalk die Transformation mit einem Blick erfassen könne. Zu Füßen das gigantische Tagebau-Loch am Horizont große Kraftwerke aber auch zahlreiche Windräder. „Es gibt massive Probleme, denn die ältesten Braunkohlekraftwerke mit den schlechtesten Wirkungsgraden machen den Markt zu. Hier müssen wir gestalten“, sagte Remmel. Politik müsse auf bessere Wirkungsgrade und einen schnelleren Netzausbau hinwirken – auch um den in Schleswig-Holstein produzierten Windstrom besser nutzen zu können.

Neubaur: „Verursacher muss für Kosten aufkommen“

Unsere Landesvorsitzende Mona Neubaur erinnerte daran, dass durch rot-grüne Landesregierung in NRW erstmals ein Tagebaugebiet verkleinert wird. Angesichts eines neuen Gutachtens zu den sogenannten Ewigkeitskosten des Braunkohlebergbaus sagte sie: „Für uns ist klar, dass der Verursacher des Schadens für die Kosten aufkommen muss.“ Sie betonte, wir uns an der Seite der örtlichen Bürgerinitiativen gegen die Zerstörung von Natur und Heimat einsetzen.

Vertreter der örtlichen Bürgerinitiativen erklärten, dass ihnen unter anderem der Quecksilber-Ausstoß der Braunkohlekraftwerke Sorgen bereitet. Eine Sorge, die die Umweltminister teilen. Remmel kündigte an, im Bundesrag erneut die Initiative zu einer Verschärfung der Grenzwerte zu ergreifen.

Ende Gelände: Kohle hat keine Zukunft

Fragen und Antworten zum Thema Garzweiler

Presseberichte zum Dialog

Rheinische Post

Kölner Stadtanzeiger

Neuß-Grevenbroicher Zeitung

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