Atomkraft

Sicherheit der Bevölkerung hat absoluten Vorrang

Im Forschungszentrum Jülich lagern 152 Castoren mit radioaktivem Müll. Ob sie dort bis zu einem Transport ins Endlager bleiben können ist unklar, weil die Erdbebensicherheit nicht geklärt ist. Das SPD-Wirtschaftsministerium hat eine Räumung der Behälter angeordnet. Für unsere Landesvorsitzende Mona Neubaur haben die Vermeidung von Atom-Transporten und die Sicherheit der Bevölkerung absoluten Vorrang.

Atomabenteuer in Jülich ist gescheitert

Das Hochtemperatur-Atomabenteuer in Jülich ist gescheitert. Von 1967 bis 1988 lief auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich GmbH der Versuchsreaktor AVR. Mit Hilfe dieses Reaktors sollte die angeblich „inhärent sichere“ Hochtemperatur- (HTR) bzw. Kugelhaufen-Technologie zur Serienreife gebracht werden.

Dieser Versuch scheiterte auf ganzer Linie. Der Versuchsreaktor war in jeder Hinsicht ein Desaster. 1978 kam es zu einem Einbruch von 30 Tonnen Wasser in den Reaktorbehälter. Die Verantwortlichen ignorierten den Störfall, manipulierten die Sicherheitseinrichtungen und betrieben den Reaktor weiter. Das Ausmaß des Störfalls wurde im Nachhinein vertuscht. Wie wir heute wissen, stand Jülich 1978 am Rande eines GAU.

Eine von der rot-grünen Landesregierung geforderte und vom Forschungszentrum Jülich 2011 eingesetzte, unabhängige Expertenkommission hat inzwischen das technische und wissenschaftliche Desaster rund um den Betrieb des AVR in den wesentlichen Punkten bestätigt.

Bis heute lagern in Jülich über 300.000 mit Brennstoff gefüllten Reaktorkugeln in 152 Castoren. Der Transport von radioaktiven Abfall ist immer eine Gefahr – deshalb wollen wir, dass der Atommüll aus Jülich im Idealfall nur noch einmal transportiert wird: In ein mögliches Endlager, sobald es dieses auf Bundesebene gibt.

Erdbebensicherheit noch ungeklärt

Doch ob der radioaktive Abfall bis dahin in Jülich bleiben kann ist fraglich. Denn möglicherweise ist das Forschungszentrum nicht erdbebensicher. Das von SPD-Minister Garrelt Duin geführte Wirtschaftsministerium hat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde deshalb nun eine Räumung des Behälterlagers auf dem Gelände angeordnet. Darin heißt es unter Anderem:

„Die Forschungszentrum Jülich GmbH hat dazu bis zum 30.09.2014 ein detailliertes Konzept zur Entfernung der Kernbrennstoffe aus dem AVR-Behälterlager vorzulegen und im Weiteren die erforderlichen Genehmigungen für die Räumung zu erwirken.“ Landesvorsitzende Mona Neubaur formuliert die GRÜNE Position:

Für uns haben die Sicherheit der Bevölkerung und die Vermeidung von Atom-Transporten oberste Priorität!

Alle möglichen Optionen intensiv prüfen

Wir fordern deshalb das Forschungszentrum Jülich und die Bundesregierung auf, schnellstmöglich die Untersuchungen zur Erdbebensicherheit des Forschungszentrums Jülich abzuschließen. Ohne die endgültige wissenschaftliche Klarheit darüber, hängt jede Entscheidung der Atomaufsicht in NRW in der Schwebe.

Das Endergebnis der Untersuchungen könnte weitreichende Konsequenzen haben:

  • Ist die Erdbebensicherheit gewährleistet, darf es keinen Atomtourismus durch NRW, Europa oder gar in die USA geben, sondern nur noch einen einmaligen Transport in das geplante Endlager.
  • Ist die Erdbebensicherheit nicht gegeben, stellt sich auch die Frage, was mit dem Reaktorkern vor Ort in Jülich geschehen wird und ob die Erdbebengefahr Auswirkungen auf andere Vorhaben, etwa die Bergbautätigkeiten in der Region, hat.
    Deshalb ist es auch richtig im Sinne einer sicheren Lagerung, alle möglichen Optionen intensiv zu prüfen und die notwendigen Schritte zu veranlassen.

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