Kultur

Straight to your Heart – 20 Jahre Verbotene Liebe

Nach zwanzig Jahren endete am vergangenen Freitag die ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“. Pünktlich ist jetzt ein EBook zu dem Kultphänomen erschienen. Neben Fans und Darsteller*innen hat unser Landesvorsitzender Sven Lehmann zusammen mit Raoul Roßbach, Mitglied im Landesvorstand, einen Beitrag geschrieben.

Das wahre Leben in seiner ganzen Perfidie: Intrigen, Betrug, Gier nach Liebe, Macht und Geld“: So beschrieb Elke Heidenreich einst sehr treffend das Erfolgsrezept einer Serie, die auch uns seit vielen Jahren in ihren Bann bezogen hat. Und in der Tat, die „Verbotene Liebe“ war eine ganz besondere Daily-Soap.

Neben den allen Soaps gemeinsamen Geschichten um Liebe und immer wechselnde Beziehungsgeflechte wurden in der ARD gesellschaftliche Tabus thematisiert und vor allem Geschichten um Geld und Macht erzählt. Gerade letztere können vielleicht erklären, warum die Serie eine feste Fanbasis in der Politik hatte, so auch im Landesvorstand der NRW-Grünen. In der Politik geht es ums Verändern, um Werte und Weltverbesserung – und eben auch um Macht und Durchsetzungsstärke. Vielleicht war die VL auch deswegen immer inspirierend, weil die meisten politischen Sitzungen, glücklicherweise und leider, oft weniger spektakulär und bissig ablaufen als die legendären Wortgefechte an der Lahnsteinschen Familientafel oder dem „Gremium“ der Lahnstein-Holding. Es machte Spaß zuzusehen, wie sich die Adelsfamilie rhetorisch beharkte und sämtliche Mittel aus dem Intrigen-Giftschrank gegeneinander ins Feld führte. Diese zerstörerische Seite des unbedingten und meist blinden Machthungers ist es aber auch, die sicher jede und jeden vom Wunsch nach mehr echten Ansgars und Tanjas in Politik und Wirtschaft abbringt, wenngleich sie den Unterhaltungswert sicher steigern würden. Mit dem Ende der täglichen Ausstrahlung geht uns dieser unterhaltsame Einblick in die Möglichkeitenwelt der Skrupellosigkeit verloren.

Daneben bleiben aber auch die Momente unvergessen, in denen das Gute wieder die Oberhand gewann, die Familie wieder zusammenführte und triumphierend das Schloss oder die Firma für sich zurückeroberte. Freilich folgten darauf meist erneute Streitigkeiten – oder die Guten gerieten selbst in die Gefahr, von den Verlockungen der Macht korrumpiert zu werden. Sicherlich liegen auch in diesen Episoden Lehren, die für den Alltag sowie für Wirtschaft und Politik taugen.

Es wäre sicher übertrieben, von einem großen Einfluss der „Verbotenen Liebe“ auf die Politik zu sprechen, wie ihn zum Teil Politserien in den USA oder bei unseren dänischen Nachbarn und Nachbarinnen haben. Nein, Schloss Lahnstein ist nicht Borgen und an das Format einer Birgitte Nyborg kommen weder Clarissa von Anstetten noch Tanja oder Ansgar heran. Im Kleinen bestand dieser Einfluss aber sehr wohl. So war es zum Beispiel im Grünen Landesvorstand völlig undenkbar, Telefonkonferenzen unter der Woche um 18 Uhr stattfinden zu lassen. Danke für 20 Jahre der Dramen, der Intrigen, der Machtkämpfe und der Versöhnungen!

Das Buchprojekt:
Das ultimative Fan-Ebook für Verbotene Liebe: Neben unzähligen Fantexten und Experteninterviews kommen hier auch zahlreiche Darsteller*innen mit eigenen Beiträgen zu Wort, etwa Wolfram Grandezka (Ulrich von Lahnstein), Miriam Lahnstein (Tanja von Lahnstein) oder Martina Servatius (Elisabeth von Lahnstein). Erhältlich ist das Ebook unter anderem bei buecher.de.

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