LDK-Beschluss

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in NRW strategisch entwickeln

Die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist eine tragende Säule des GRÜNEN politischen Selbstverständnisses. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal GRÜNER Politik. Die Idee der Nachhaltigen Entwicklung zieht sich als roter Faden durch fast alle politischen Themen. Auch im Bildungsbereich soll der Aspekt einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) stärker als bisher berücksichtigt und noch konsequenter politisch umgesetzt werden.

A  Nachhaltige Entwicklung

1. Zukünftige Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir heute. Deshalb ist eine nachhaltige Entwicklung die Aufgabe unserer heutigen Gesellschaft, damit die Chancen für alle Menschen gleich verteilt werden. Dabei geht es um Gerechtigkeit zwischen den Generationen und den verschiedenen Weltregionen, Nationen und Kulturen. Entwicklungen sind nachhaltig, wenn sie im weltweiten Maßstab umweltverträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig sind. Es können drei Dimensionen hierfür genannt werden:

  • Global denken lokal handeln (Raumdimension),
  • eine lebenswerte Zukunft auch kommenden Generationen ermöglichen (Zeitdimension),
  • Interdependenzen zwischen Umwelt, Wirtschaft und sozialen Fragen betrachten (Inhaltsdimension).

Akteure nachhaltiger Entwicklung sind die Vereinten Nationen, Staaten, Regionen, Kommunen, das Bildungswesen (staatliche Ebene), Wirtschaft, Institutionen (z.B. Kultur), Verbände, Vereine, Initiativen, Medien, Einzelpersonen (gesellschaftliche Ebene). Gelingen wird nachhaltige Entwicklung nur im Rahmen eines Demokratisierungsprozesses innerhalb der Gesellschaft, also durch den konsequenten Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten. Insofern ist sie zudem ein wichtiges Leitbild für alle Bildungsbereiche und die nachhaltige Gestaltung der Organisation der Bildungseinrichtungen selbst.

B  Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

2. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Die gegenwärtige Bildung bereitet Menschen erst in Ansätzen auf aktuelle und kommende Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung vor. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist dringend notwendig. Die entsprechende pädagogische sowie demokratische Herausforderung wird offenkundig angesichts wachsender Erschöpfung endlicher natürlicher Ressourcen, einer wachsenden Belastung einzelner Menschen wie sozialer Systeme und in Zeiten weltwirtschaftlicher Instabilitäten immer dringender geboten.

3. Die von der UNESCO definierte „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) hat das Ziel, die Menschen zu befähigen, sich aktiv an der Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt zu beteiligen. Dabei sollen globale und zeitliche Aspekte berücksichtigt werden. Zu dieser Form der zukünftigen Bildung gehört eine entsprechende Interdisziplinarität. Die Ausbildung eines stärkeren Vernetzungsdenkens, das kurz- und langfristige Zusammenhänge von Natur, Gesellschaft und Wirtschaftsweise erkennt und respektiert, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig sollte das Wissen, das dabei vermittelt wird, den Lernenden helfen, aktiv und eigenverantwortlich nachhaltige Gestaltungs- und Handlungsoptionen zu bestimmen und umzusetzen. Mit der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BNE) sollen die Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Werte, Einstellungen, Bereitschaft usw.) erreicht werden, sich – innerhalb eines partizipativen Prozesses – für eine nachhaltige Entwicklung (global und im eigenen Lebensumfeld) einsetzen zu können. Die während der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2005-2014 begonnenen Prozesse gilt es im Rahmen des „Weltaktionsprogramms“ zu verstetigen und weiterzuentwickeln.

4. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine Aufgabe entlang der gesamten Bildungskette (elementare Bildung, Primarstufe, Sekundarstufen inklusive beruflicher Bildung, tertiärer Bereich, also Hochschule und Erwachsenenbildung) und wäre somit für alle pädagogischen Konzepte und damit für alle Schulfächer, Ausbildungsberufe und Studiengänge ein zentrales Leitbild zur Gestaltung des pädagogischen Angebots. Dies gilt gleichermaßen für staatliche wie kommunale und zivilgesellschaftliche Bildungsträger und für die Vernetzung von schulischer und außerschulischer Bildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) würde auch in sektoralen Bildungskonzepten wie „Kulturelle Bildung“, „Umweltbildung“ „Globales Lernen“, „Friedenserziehung“, „Demokratiepädagogik“ usw. für die Ausgestaltung der Bildungsangebote entsprechend berücksichtigt werden müssen.

C Schulische Bildung in NRW

5. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist trotz vielfältiger Anstrengungen bisher im schulischen Bereich eher am Rande und ohne größere Bedeutung für den Unterricht geblieben. So wird BNE nur in einzelnen Fächern wie Sozialwissenschaften, Politik und Erdkunde und nur zeitweise thematisiert und oft nur von Einzelkämpfern oder kleinen Gruppen von Idealisten betrieben. Innerschulische Kooperationen zwischen Fächern und Lernbereichen oder gar eine übergreifende Verankerung im Schulprogramm bilden eher die Ausnahme als die Regel. So ist es in NRW zwar gelungen, die Kampagne „Schule der Zukunft“ zu etablieren, in der KITAS, Schulen und außerschulische Partner zusammenarbeiten. Das ist ein guter und richtiger Ansatz. Eine flächendeckende Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bildungswesen bleibt für NRW das Ziel. Hierzu wäre eine systematischere Implementation innerhalb des gesamten Bildungssystems in NRW sinnvoll.

6. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss innerhalb der Strukturen des Bildungswesens für Akteure deutlicher erkennbar werden, sowohl als politische Zielsetzung als auch in den behördlichen Vorgaben, in Richtlinien, Kernlehrplänen, Handreichungen, Materialien, Fortbildungs- und anderen Unterstützungssystemen, Schulbüchern, Schulberatung durch die Schulaufsicht, in der Qualitätsanalyse und in der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung. Die staatlichen Vorgaben für das Bildungssystem in NRW müssen unter dem Aspekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) überprüft und entsprechend überarbeitet werden.

7. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bedarf vor allem einer kritischen Revision der Kernlehrpläne aller Unterrichtsfächer und Lernbereiche in allen Bildungsgängen im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit. Es reicht nicht , Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) auf einer Stufe mit Verkehrserziehung oder Verbraucherbildung zu erwähnen, also als ein weiteres sektorales Bildungskonzept neben anderen anzusehen. Um zukunftsweisende demokratische und partizipative Arbeitsformen verstärkt auch in die Schulen zu bringen, müssen Absprachen zwischen Fächern und Lernbereichen nicht nur aus ökonomischen Gründen erfolgen, sondern an gemeinsamen Themen, Projekten und Beispielen aufzeigen, wie und welche inhaltlichen Beiträge von welchen Fächern und Lernbereichen zu gemeinsamen Problemlösungen beitragen können. (Gute Ansätze zeigen hier z.B. die vom Land NRW unterstützten Projekte zum „Ökologischen Fußabdruck“ oder auch die „Themensammlung zur Förderung von Wirtschaftskompetenz im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)). Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gehört als Perspektive in das Schulprogramm jeder Schule.

8. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) braucht unterstützende Arbeitsstrukturen und Unterstützungssysteme mit einer ausreichenden Zahl von Beratern und Multiplikatoren auf allen Ebenen des Bildungssystems. Dazu muss nicht nur die Lehrerfortbildung, sondern ganz besonders auch die Lehrerausbildung in allen Fächern für einen Paradigmenwechsel sorgen und eine entsprechende Grundbildung aller Lehrenden sicherstellen. Inhalte und Methoden der BNE sind für eine inklusive Schule und die individuelle Förderung  besonders geeignet. Dafür sind die Lehrkräfte bisher wenig ausgebildet. Das gilt auch für die erste und zweite Phase der Lehrerausbildung, ebenso wie für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern und vergleichbaren Berufen.

Zu effektiven Unterstützungsstrukturen gehört auch, dass eine wissenschaftliche, institutionelle und behördliche Steuerung und Begleitung in allen Arbeitsbereichen miteinander wirksam vernetzt und für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar ist. So muss auch der Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, die Kooperation mit Netzwerken, anderen Unterstützungssystemen, sowie der regelmäßige Austausch zwischen allen beteiligten Gruppen, nicht nur auf Tagungen und Kongressen sichergestellt sein. Ein zentrale Kommunikationsplattform im Internet sollte die Arbeit unterstützen und die Ergebnisse dokumentieren, sowie Materialien, Handreichungen, Best-Practice-Beispiele (vgl. www.schule-der-zukunft.nrw.de bzw. www.lernort.info) usw. den Akteuren zur Verfügung stellen. Im wieder neu aufgebauten Landesinstitut kann diese Plattform angesiedelt werden.

9. Im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die sich im besonderen Maße den Erwartungen von Arbeitgebern verpflichtet fühlt, wurde Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bisher nur in rudimentären Ansätzen berücksichtigt. An beruflichen Schulen werden jedoch Menschen ausgebildet, die einen direkten Einfluss auf Herstellungsverfahren, auf Konstruktion und Produktdesign, auf Sortimentsgestaltung, Werbemaßnahmen und Ausgestaltung sozialer Dienste haben. Gerade hier wäre ein verstärktes Wissen um die Erfordernisse der Nachhaltigen Entwicklung wichtig, weil sich Entscheidungen in diesen Bereichen unmittelbar auf die reale Welt auswirken. Gleichzeitig würden sozial bedeutsame Wissensdivergenzen zwischen Karrieren akademischer und beruflicher Bildung abgebaut.

Ausbildungsordnungen existierender Berufe müssen auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Gesellschaft hin überarbeitet werden („grüne“ Berufsbilder). Hierzu sind geeignete Aktivitäten auf nationaler Ebene anzuregen.

Entsprechend sind Lehr- bzw. Bildungspläne vollzeitlicher Ausbildungsformen an Berufskollegs unter besonderer Beachtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu entwickeln. Die neuen kompetenzorientierten Bildungspläne, die derzeit eingeführt werden, wären hierzu eine geeignete Gelegenheit. Leider zeigt sich im Falle der kaufmännischen Schulen, dass dort aktuell eine noch stärkere Orientierung an den Interessen der Arbeitgeber stattfindet. Denn im Zuge der Kompetenzorientierung wurde die Betriebswirtschaftslehre explizit in den Status eines „Leitfachs“ erhoben. Dadurch werden alle sonstigen Haupt- und Nebenfächer noch weiter unter Rechtfertigungsdruck gesetzt, ob ihre Bildungsinhalte dem Leitfach direkt zugutekommen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sollte gerade im Fach BWL explizit verankert werden, damit die langfristige gesellschaftliche Entwicklungsperspektiven berücksichtigt werden können.

D Außerschulische Bildung in NRW

10. Bei der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik, Zivilgesellschaft und Konsumenten spielt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine wichtige Rolle. Sie ist ein entscheidender Motor für eine Veränderung des Denkens und Handelns im Sinne einer Transformation zu nachhaltiger Entwicklung und muss in allen Bereichen der Gesellschaft stärker verankert werden. Gerade im Kontext des „Lebensbegleitenden Lernens“ erhält die außerschulische Bildung eine zunehmend wichtige Bedeutung und sollte in dieser Zusammenarbeit bund-, länder- und kommunenübergreifend gefördert und weiter entwickelt werden.

11. Im nahen Schulumfeld ermöglichen Kooperationspartner an außerschulischen Lernorten unterschiedliche Formen des Lernens. In der außerschulischen Bildung kann besonders flexibel auf neue Anforderungen reagiert und neue Impulse für die schulische Bildung entwickelt werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) trägt auch dazu bei, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Engagements für die Gemeinschaft zu stärken. Vielfältige Ansätze und Erfolgsbeispiele zeigen die ausgezeichneten UN-Dekadenprojekte und die UN-Modellkommunen. Die notwendige Verknüpfung von schulischer und nichtschulischer Bildung kann am besten in kommunalen bzw. regionalen Bildungslandschaften und Netzwerken realisiert werden. Hierbei spielt nicht nur die Vernetzung von unterschiedlichen außerschulischen Lernorten miteinander eine Rolle, sondern auch die verstärkte Förderung und Einbeziehung von außerschulischen Partnern in den Kernunterricht der Schulen. Im Bereich der Erwachsenenbildung werden bereits Fortbildungen für Bürgerinnen und Bürger aber auch für Multiplikatoren in der Bildungsarbeit konzipiert und erfolgreich durchgeführt. Projekte zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sollten stärker in die Richtlinien aller Förderprogramme (z.B. ESF) aufgenommen werden, um damit innovative Praxisansätze der Bildungsarbeit umsetzen zu können.

E Zusammenarbeit Land NRW und Kommunen

12. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördert die Lebensqualität in Kommunen, steigert das Qualifizierungsniveau hinsichtlich zentraler Zukunftskompetenzen und mobilisiert Innovationen vor Ort. Die kommunale Ebene ist die unmittelbarste Umsetzungsebene für den Bürger und als  Schnittstelle zwischen Bürgern und Staat von hoher gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Kommunen bringen sich vermehrt auch in globale Strategien konstruktiv ein und sind geschätzte Partner für UN-Organisationen, Nationalregierungen, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, so zum Beispiel der Charta von Aalborg, für die Biodiversitätskonvention oder im Global Compact. Erkenntnisse, Erfahrungen und Netzwerkzugänge von Kommunen werden gebraucht für den globalen Wandel. Die Dekade-Kommunen können hierbei auf sektor- und themenübergreifende Erfahrung zurückgreifen und sind daher ideale Partner, für die Gestaltung und Implementierung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

13. Grundsätzlich sollte es langfristiges Ziel von Land und Kommunen sein, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Querschnittsaufgabe in den Leitbildern und Strategieplänen der Kommunalpolitik bzw. der Kommunalverwaltungen zu verankern. Eine strukturelle Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in NRW und ihren Kommunen kann gelingen, wenn:

  • kommunale Prozesse einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vom Land NRW unterstützt werden,
  • und der Landesprozess einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) durch die Kommunen unterstützt wird,
  • der Ansatz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in das Konzept der regionalen Bildungslandschaften aufgenommen wird.

Die Etablierung lokaler Bildungslandschaften ist in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Zukunftsaufgabe für die Kommunen. Durch eine Vernetzung von Einrichtungen, Lernorten und Stützsystemen auf lokaler wie auf regionaler Ebene können Bildungslandschaften einen Beitrag dazu leisten, Ungleichheiten in der Verteilung von Bildungschancen und bei den Lebensperspektiven zu reduzieren. Ansätze zu nachhaltigen Bildungslandschaften, wie sie hier auf lokaler Ebene erprobt und umgesetzt werden, sollten landesweit weiterentwickelt und gefördert werden.

14. Eine zentrale Aufgabe des Landes NRW im Rahmen seiner Orientierung an einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) besteht in der Unterstützung der Aktivitäten in den Kommunen, durch die Förderung:

  • von kommunalen und interkommunalen Projekten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE),
  • des Aufbaus von Netzwerken einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kommunen, auch im Bereich einer Vernetzung von schulischer und außerschulischer Bildung,
  • des Aufbaus von kommunalen Kompetenzzentren der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), um die Kommunen bei der strukturellen Verankerung der kommunalen Landschaften zu unterstützen.
  • von Kongressen, Tagungen und Netzwerktreffen auf Landesebene zur Vernetzung und dem Austausch der Kommunen.

Deshalb bekräftigt die LDK:

In Kapitel 36 der Agenda 21, die im Juni 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossen wurde, wird die Neuausrichtung der Bildung als zentral für eine bedeutungsvolle Nachhaltigkeitsstrategie beschrieben:
„Bildung/Erziehung einschließlich formaler Bildung, öffentlicher Bewusstseinsbildung und beruflicher Ausbildung sind als ein Prozess zu sehen, mit dessen Hilfe die Menschen als Einzelpersonen und die Gesellschaft als Ganzes ihr Potential voll ausschöpfen können. Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und die Verbesserung der Fähigkeit der Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinanderzusetzen.“

Sowohl in rot-grünen Koalitionsverträgen von 2010 wie auch 2012 haben wir festgeschrieben, dass  eine landesweite Bildungsstrategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeiten werden soll. Sie soll an die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014“ anschließen.
Die Agentur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, angesiedelt im Umweltministerium, konkretisiert diese Strategie derzeit mit fünf Leitprojekten: Ausbau und Weiterentwicklung der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit, Stärkung der Verbraucherbildung in Schulen, Stärkung der Klimabildung in den Kommunen, Qualitäts-entwicklung in der außerschulischen BnE, Profilierung der Eine-Welt-Strategie in Bezug auf Interkulturelles und Globales Lernen. Zielsetzung ist dabei die zivilgesellschaftlichen Akteure zu stärken und Bildungsinhalte der Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungs-einrichtungen und deren Inhalten zu verankern.

Die Stiftung „Umwelt und Entwicklung“ unterstützt die Entwicklungen durch Projektförderung.

Die Abschlusskonferenz für Deutschland der UN-Dekade „BNE 2005 – 2014“ wird Ende September in Bonn stattfinden. Die Bildungsstrategie, die für NRW erarbeitet werden soll, kann aufbauen auf dem nachhaltigen Engagement vieler Akteur*innen in der Zivilgesell-schaft. Dazu gehören u.a. die Tradition der Lokalen Agenden, das Promotorenprogramm, die Umweltbildungszentren sowie die Eine-Welt-Häuser oder die Fair-Trade-Initiativen oder Kampagnen wie z. B. „Zukunft einkaufen“ zur ökofairen Beschaffung im kirchlichen Bereich, aber auch die Flüchtlingsarbeit auf der kommunalen Ebene. Engagierte Akteure der Zivilgesellschaft haben vielfach zusammen mit Lehrer*innen in den Schulen vielfaltige Bausteine der Bildung für nachhaltige Entwicklung bis hin zu innovativen und nachhaltigen Schulprofilen erarbeitet.

Wir wollen Aktive und Aktivitäten im nordrhein-westfälischen Bildungssystem und die zivilgesellschaftlichen Kräfte, die für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung arbeiten, auf allen Ebenen unterstützen und stärken.

Die LDK bittet deshalb die Landtagsfraktion und fordert die Landesregierung auf, die Aktivitäten für die Bildungsstrategie BNE in Anknüpfung an die UN-Dekade voranzutreiben, die Akteur*innen im Bildungssystem und in der Zivilgesellschaft zu unterstützen und für eine umfassende Öffnung aller Bildungseinrichtungen für Bildungsinhalte der Bildung für nachhaltige Entwicklung die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Eine Landesstrategie kann nur gelingen, wenn alle mitmachen.
Die Landtagsfraktion wird deshalb gebeten, die Entwicklung einer Strategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung in NRW durch parlamentarische Initiativen zu unterstützen und voranzubringen.
Die LDK bittet den Landesvorstand, ”Bildung für nachhaltige Entwicklung” für die Gremien und Gliederungen als Thema zu bearbeiten und vorzubereiten.

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