In London stand im Juni ein Hochhaus mit Sozialwohnungen lichterloh in Flammen. Mindestens 79 Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Bei einer Sanierung wurde zuvor in neue – hochentzündliche – Fassaden investiert, statt in einen funktionierenden Brandschutz. Den Behörden war es wichtiger, dass die reichen Menschen aus den gut situierten Stadtteilen nebenan nicht auf hässliche Hochhäuser gucken müssen. An die Sicherheit der Menschen in den Sozialwohnungen wurde bei der Sanierung nicht gedacht.

Bei diesem Beispiel handelt es sich natürlich um eine Katastrophe sondergleichen, aber sie zeigt: Stadtentwicklung kann soziale Ausgrenzung produzieren, für extreme soziale Ungleichheit und damit Ungerechtigkeit sorgen. Armut und Reichtum entscheiden darüber, wer wo wohnen darf. Auch in NRW gibt es zahlreiche soziale Brennpunkte. Arme und Alte werden häufig an den Stadtrand verdrängt.

Die städte- und wohnungsbauliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte befördert zusätzlich eher die Isolation als das Zusammenleben in der Gemeinschaft. Menschen leben alleine in ihren Wohnungen, haben keinen Kontakt mehr zu den Nachbarn. Gerade für ältere Menschen ist der nächste Supermarkt dann irgendwann zu weit weg, um noch alleine einkaufen gehen zu können. Wenn sie pflegebedürftig werden und nicht mehr für sich allein sorgen können, führt der Weg häufig zwangsläufig ins Alters- bzw. Pflegeheim.

Wie machen wir das Viertel zu einem Ort für alle?

Die Frage, die sich stellt, ist: Wie können wir unseren Stadtteil, unser Viertel, unseren Wohnblock gestalten, damit es nicht zu sozialer Ausgrenzung kommt? Wie machen wir das Viertel zu einem Ort für alle? In dem alle Menschen leben können, egal ob arm oder reich, jung oder alt, mit einer Beeinträchtigung oder einer Zuwanderungsgeschichte?

Wohnraumgerechtigkeit ist ein grünes Kernanliegen

Die Vorstellung eines gemeinsamen sozial gerechten Lebens vor Ort ist ein grünes Kernanliegen. Wir GRÜNE waren an bereits umgesetzten Ideen von sozial gerechtem Wohnen maßgeblich beteiligt und bringen eine Offenheit für neue Ideen und gesellschaftliche Entwicklungen mit.

Auf dieser Themenseite werden deshalb einige (Wohn-)Projekte vorgestellt. Projekte, an denen Grüne mitgewirkt haben, Projekte, die ohne grüne Beteiligung entstanden sind. Modelle für die Stadt, für das Viertel, in dem wir leben wollen. Sie nehmen eine Vorreiterrolle ein, indem sie genau das aufzufangen versuchen, was in vielen Vierteln heutzutage verloren geht. Sie kämpfen gegen die Vereinsamung und versuchen, Generationen wieder zusammenzubringen. Sie stehen für Generationengerechtigkeit, sozialen Zusammenhalt und eine lebendige Nachbarschaft.