Aufarbeitung

Falsch verstandene Toleranz gegenüber Pädophilen in der Gründungsphase der Grünen

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des Forschungsprojekts des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zu „Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen in den Milieus der Neuen Sozialen Bewegungen, sowie der Grünen“ erklären die Landesvorsitzenden der NRW-Grünen, Mona Neubaur und Sven Lehmann:

„Die Entscheidung, eine externe wissenschaftliche Aufarbeitung unserer Gründungsgeschichte in Auftrag zu geben, war richtig. Als Landesverband haben wir diesen Prozess organisatorisch und finanziell unterstützt und den Göttinger Forschern sämtliche Unterlagen und Archivbestände vollständig zugänglich gemacht.

Aus NRW-Sicht können wir zum jetzigen Zeitpunkt feststellen, dass der heute veröffentlichte Bericht keine neuen, uns bisher nicht bekannten Details offenbart. Die Grünen haben sich immer als Anwälte von Minderheiten verstanden. Das macht einen Kern der Grünen Identität aus. In der Gründungsphase Anfang der 1980er Jahre gab vielerorts es eine falsch verstandene Toleranz gegenüber pädophilen Forderungen. Dies ermöglichte auch pädophilen Akteuren, ihre Anliegen und Forderungen in die Partei einzuspeisen. Wir bedauern sehr, dass es diese Debatten in unserer Partei überhaupt gegeben hat. Heute wäre das nicht mehr möglich.

Prof. Walter hat schon in seinem Zwischenbericht zur Untersuchung der Grünen Vergangenheit im letzten Jahr festgestellt: Die Grünen sind weder der erste noch der einzige Ansprechpartner für pädophile Aktivisten gewesen. Zielgruppe der Pädophilen waren vor allem liberale Gruppierungen des Bildungsbürgertums. Seit Ende der 1980er Jahre gibt es in unserer Partei keinen Platz mehr für entsprechende Positionen und Forderungen. In unseren Programmen finden sich seitdem vielmehr klare Positionen zum Schutz von Kindern und Opfern sexueller Gewalt.“

Der Prozess der Aufarbeitung ist für die Grünen mit dem Abschlussbericht von Prof. Walter und seinem Team nicht beendet. Eine parteiinterne Arbeitsgruppe auf Bundesebene, die Gespräche mit Zeitzeugen sowie mit Betroffenenverbänden und Beratungsstellen geführt hat, wird im nächsten Jahr ebenfalls ihren Bericht vorlegen. Die vom Bundesverband bereitgestellten Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sowie die Zusammenarbeit mit Experten zum Thema Kindesmissbrauch werden zudem fortgeführt, um eventuellen Betroffenen und Zeitzeugen eine Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

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