Beschluss des Landesvorstand am 17. Juli 2026
Städte wie Münster zeigen seit Jahren, dass konsequente Radverkehrspolitik wirkt: Sichere Radwege bringen mehr Menschen aufs Fahrrad. Das gilt besonders für Kinder. Wer schon früh sicher mit dem Fahrrad unterwegs ist, gewinnt Freiheit, Bewegung und Selbstvertrauen. Deshalb wollen wir GRÜNE, dass Kinder ihren Schulweg sicher, selbstständig und mit Freude auf dem Rad zurücklegen können. Sichere Schulwege erhöhen die Verkehrssicherheit, entlasten das Umfeld von Schulen und legen den Grundstein für klimafreundliche Mobilität von Anfang an.
Damit mehr Kinder sicher mit dem Fahrrad zur Schule fahren können, braucht es mehr als einzelne Maßnahmen. Viele Kinder haben nicht die Möglichkeit mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, etwa weil sich ihre Familien kein Fahrrad leisten können. Deshalb braucht es für den sicheren Schulweg auch sichere Fußwege und eine gute ÖPNV Anbindung. Sichere Schulwege entstehen durch eine verlässliche Infrastruktur, klare Standards und eine gute Verkehrsbildung. Land, Kommunen, Schulen und Eltern müssen dabei gemeinsam Verantwortung übernehmen. Unser Ziel ist, dass der sichere Schulweg gerade auch mit dem Fahrrad in ganz Nordrhein-Westfalen selbstverständlich wird – unabhängig vom Wohnort.
Deshalb setzen wir uns dafür ein,
- eine Landesoffensive „Sicheres Schulumfeld” zu etablieren. Wir bestärken Kommunen weiterhin darin Schulstraßen zu Bring- und Abholzeiten temporär autoberuhigt zu gestalten. Dies wird unter anderem ergänzt durch Hol- und Bring-Zonen oder Walking-Bus-Maßnahmen. Einheitliche rechtliche und organisatorische Leitlinien auf Grundlage des bestehenden Erlasses zu Schulstraßen, die Ausweisung von Modellkommunen sowie ein landesweiter Wissenstransfer – etwa über das Zukunftsnetz Mobilität NRW – sollen die Umsetzung erleichtern. Erfolgreiche Maßnahmen wollen wir regelmäßig evaluieren und dauerhaft verstetigen.
- sichere Schulradrouten landesweit zu etablieren. Dafür wollen wir einen landesweiten Qualitätsstandard entwickeln und die Schulwegeplanung gemeinsam mit den Kommunen stärken, damit Kinder beispielsweise nicht mehr ungesichert Hauptverkehrsstraßen queren müssen. Schulwege sollen regelmäßig unter Beteiligung von Schulen, Eltern sowie Schüler*innen überprüft und fortgeschrieben werden, auch mit Blick auf das Fahrrad. Netzlücken müssen geschlossen und gefährliche Querungsstellen, etwa durch Ampeln oder Zebrastreifen, prioritär beseitigt werden. Es braucht flächendeckend eine kommunale Schulwegplanung, die eng mit der kommunalen Radverkehrs- und Mobilitätsplanung verknüpft ist.
- die Verkehrssicherheitsbildung zu stärken. Die Radfahrausbildung von Kindern wollen wir zu einem durchgängigen Programm „Sicher auf dem Rad” weiterentwickeln. Aufbauend auf der Radfahrprüfung in der Grundschule soll eine altersgerechte Auffrischung etwa in der 6. Klasse stattfinden. Zudem sollen auch in höheren Klassen Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität thematisiert werden. Junge Menschen können sich so sicherer, selbstständiger und klimafreundlicher im Verkehr fortbewegen und ihre Mobilitätsentscheidungen zunehmend in Eigenverantwortung treffen. Neuere Verkehrsmittel wie E-Bikes und E-Scooter sollen ebenso berücksichtigt werden wie regelmäßige Praxisfahrten im Straßenverkehr, Trainings zur Gefahrenwahrnehmung und die enge Zusammenarbeit von Schulen, Polizei und Verkehrsverbänden.
Unser Ziel ist klar: Jedes Kind in Nordrhein-Westfalen soll unabhängig vom Wohnort sicher mit dem Rad zur Schule fahren können. Denn sichere Schulwege bedeuten mehr Selbstständigkeit für Kinder, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden und sind ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Mobilität.
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