„Die Entscheidung, eine externe wissenschaftliche Aufarbeitung unserer Gründungsgeschichte in Auftrag zu geben, war richtig. Als Landesverband haben wir diesen Prozess organisatorisch und finanziell unterstützt und den Göttinger Forschern sämtliche Unterlagen und Archivbestände vollständig zugänglich gemacht.
Aus NRW-Sicht können wir zum jetzigen Zeitpunkt feststellen, dass der heute veröffentlichte Bericht keine neuen, uns bisher nicht bekannten Details offenbart. Die Grünen haben sich immer als Anwälte von Minderheiten verstanden. Das macht einen Kern der Grünen Identität aus. In der Gründungsphase Anfang der 1980er Jahre gab vielerorts es eine falsch verstandene Toleranz gegenüber pädophilen Forderungen. Dies ermöglichte auch pädophilen Akteuren, ihre Anliegen und Forderungen in die Partei einzuspeisen. Wir bedauern sehr, dass es diese Debatten in unserer Partei überhaupt gegeben hat. Heute wäre das nicht mehr möglich.
Prof. Walter hat schon in seinem Zwischenbericht zur Untersuchung der Grünen Vergangenheit im letzten Jahr festgestellt: Die Grünen sind weder der erste noch der einzige Ansprechpartner für pädophile Aktivisten gewesen. Zielgruppe der Pädophilen waren vor allem liberale Gruppierungen des Bildungsbürgertums. Seit Ende der 1980er Jahre gibt es in unserer Partei keinen Platz mehr für entsprechende Positionen und Forderungen. In unseren Programmen finden sich seitdem vielmehr klare Positionen zum Schutz von Kindern und Opfern sexueller Gewalt.”
Der Prozess der Aufarbeitung ist für die Grünen mit dem Abschlussbericht von Prof. Walter und seinem Team nicht beendet. Eine parteiinterne Arbeitsgruppe auf Bundesebene, die Gespräche mit Zeitzeugen sowie mit Betroffenenverbänden und Beratungsstellen geführt hat, wird im nächsten Jahr ebenfalls ihren Bericht vorlegen. Die vom Bundesverband bereitgestellten Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sowie die Zusammenarbeit mit Experten zum Thema Kindesmissbrauch werden zudem fortgeführt, um eventuellen Betroffenen und Zeitzeugen eine Kontaktaufnahme zu ermöglichen.
Neuste Artikel
“Ein olympisches Sommermärchen ist möglich”
Zu den Bürgerentscheiden für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele KölnRheinRuhr sagt Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen: „Gestern war ein großer Tag für unsere Demokratie: So viele Menschen wie noch nie haben in Nordrhein-Westfalen direkt über ein wichtiges Zukunftsthema entschieden. Das klare Ergebnis ist eine starke Mehrheit für eine Bewerbung…
“Das ist ein guter Tag für unsere Kinder und ihre Zukunft”
Die Landesregierung hat eine von Kinder- und Familienministerin Verena Schäffer vorgelegte Formulierungshilfe zur Änderung des Gesetzentwurfs der Landesregierung zum Kinderbildungsgesetz beschlossen. Yazgülü Zeybek, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen, sagt dazu: “Mit den Änderungen macht Verena Schäffer die Kita-Betreuung besser und verlässlicher. Mehr Geld für Sprachbildung, zusätzliche Unterstützung durch das Kita-Helfer:innen-Programm und mehr Betreuungszeit durch…
LaVo-Beschluss
Unser Auftrag: Eine Schule, die trägt.
Beschluss des Landesvorstandes vom 27.03.2026 Wir wollen eine Schulzeit, an die man gern zurückdenkt. Denn Schule soll Freude machen, ein Ort sein, in dem Freundschaften genauso wachsen wie Wissen, Fähigkeiten und Kreativität. An vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen passiert genau das. Engagierte Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern entwickeln ihre Schule gemeinsam genau zu solchen Orten. Ihnen gebührt…
Ähnliche Artikel
Aufarbeitung
Neubaur/Lehmann: Wichtiger Schritt im Rahmen der parteiinternen Aufarbeitung
Am heutigen Mittwoch hat der Landesverband der GRÜNEN in Berlin einen Bericht zur Aufarbeitung des Umgangs mit dem Thema Pädophilie in der Partei-Geschichte vorgestellt. Aus diesem Anlass erklären die Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW, Mona Neubaur und Sven Lehmann: Mit der Veröffentlichung des Berichts hat der Landesverband Berlin einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung in…