Im Bund steht alles still. Die Landesregierung will fröhlich weiterbuddeln lassen und RWE den 12.000 Jahre alten Hambacher Wald abholzen. Die Hintergründe und wie es jetzt weitergeht.

Der Kohlekonflikt in NRW hat sich im Herbst 2017 dramatisch zugespitzt. In den Jamaika-Sondierungen zwischen CDU/CSU, FDP & GRÜNEN sah es danach aus, dass der Kohleausstieg in Deutschland endlich eingeleitet werden kann. Doch mit dem Scheitern der Sondierungen scheint auf Bundesebene der Ausstieg wieder in weite Ferne gerückt. Auch in NRW rührt niemand einen Finger für den Kohleausstieg. Im Gegenteil: Die Landesregierung unterstützt den Energiekonzern RWE dabei, den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier weiter ungebremst fortzusetzen. Damit droht auch dem verbliebenen Teil des Hambacher Waldes die Abholzung.

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Die nächsten Waldspaziergänge im Hambacher Wald

Seit fünf Jahren verteidigen Umweltschützende den einzigartigen Hambacher Wald

Längst ist der 12.000 Jahre alte Hambacher Wald, von dem ein großer Teil seiner ursprünglichen Fläche bereits dem Braunkohleabbau zum Opfer fiel, zu einem Symbolbild über den Klimaschutz geworden. Schaffen wir die Wende vom Kohleland zu einer Gesellschaft, die Klimaschutz endlich ernst nimmt?

Von den ursprünglichen 5.500 Hektar steht kaum mehr ein Zehntel. Dennoch ist dieser alte Wald, in dem über 300 Jahre alte Stieleichen und Hainbuchen stehen, ein Heim für viele einzigartige, mitunter bedrohte, Tierarten, die es zu schützen gilt. Auch deshalb harren seit nunmehr fünf Jahren Umweltschützende in selbst errichteten Baumhäusern im Wald aus, um diesen vor weiterer Abholzung zu bewahren.

Die Umweltorganisation BUND hat RWE auf Unterlassung der Rodungen im Hambacher Wald verklagt. Die Chronik…

  • 22.11.2017: RWE schlägt den Vergleichsvorschlag des Kölner Verwaltungsgerichtes aus, der vorsah, von Rodungen abzusehen bis eine neue Bundesregierung ihre Linie zur Kohleverstromung gefunden habe.
  • 24.11.2017: Klage in erster Instanz vom Kölner Verwaltungsgericht abgewiesen. Der BUND verkündet umgehend, in Berufung gehen zu wollen. Die Folge: Ein rechtskräftiges Urteil liegt nicht vor.
  • 24.11.2017: Obwohl der Rechtsstreit weiter andauert, entscheidet sich RWE mit den Rodungsarbeiten im Wald zu beginnen. Mit den eingeleiteten Rodungen soll der letzte Teil des Waldes verschwinden, womit die Klage des BUND gegenstandslos würde. Die Rodungsmaschinerie wird von massivem Polizeiaufgebot begleitet. Die Waldbesetzung durch die Umweltschützenden soll geräumt werden. Es wird mit Ausschreitungen gerechnet.
  • 24.-28.11.2017: Die Lage ist angespannt. Polizei und Umweltschützende haben erste Auseinandersetzungen. Erste Baumfällungen am Rande des Waldes finden statt, Schneisen werden in den Wald geschlagen.
  • 28.11.2017: Einem Eilantrag des BUND die Rodungen auszusetzen, solange der Prozess noch läuft, wird stattgegeben. Nun liegt die Entscheidung über das Schicksal des Waldes beim Oberverwaltungsgericht Münster.
  • 15.12.2017: Rodungsstopp bei RWE – Der Hambacher Wald darf erstmal stehenbleiben. Nach der BUND-Klage verbietet der Wirtschaftsminister von NRW den Kahlschlag bis Herbst 2018.

Andere Landtagsfraktionen wollen abholzen lassen

Am Donnerstag, dem 30. Nov., wurde auf Antrag der GRÜNEN Landtagsfraktion eine Debatte über die Rodungen im Hambacher Wald abgehalten. Leider standen wir mit unserer Meinung, der Wald müsse unbedingt erhalten bleiben und wir endlich den Kohleausstieg einleiten, ziemlich alleine da.

Wir werden nicht Kleinbei geben und uns weiter lautstark für diesen Wald einsetzen!

Ein Aufschub der Rodungen bis zum Herbst ist nur eine Schonfrist, aber keine Rettung!

Deswegen bleiben wir NRW-GRÜNE weiter dran und werden dafür kämpfen, dass der Hambacher Wald dauerhaft überleben kann und der weitere Kohleabbau in der Region zurückgefahren und gestoppt wird.

 Kohle – Themenseite.

Eine Themenseite rund um den Kohleabbau. Hier gibt’s Infos zu Hintergründen und unseren Positionen.

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