Im Bund steht alles still. Die Landesregierung will fröhlich weiterbuddeln lassen und RWE den 12.000 Jahre alten Hambacher Wald abholzen. Die Hintergründe und wie es jetzt weitergeht.

Der Kohlekonflikt in NRW spitzt sich dramatisch zu. Bis zuletzt sah es in den Jamaika-Verhandlungen danach aus, dass der Kohleausstieg in Deutschland endlich eingeleitet werden kann. Doch mit dem Scheitern der Sondierungen scheint auf Bundesebene der Ausstieg wieder in weite Ferne gerückt. Auch in NRW rührt niemand einen Finger für den Kohleausstieg. Im Gegenteil: Die Landesregierung unterstützt den Energiekonzern RWE dabei, den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier weiter ungebremst fortzusetzen und dafür auch den Hambacher Wald zu roden.

Hambacher Wald

10.12.: Einladung zum solidarischen Spaziergang im Hambacher Wald

Kohle

FAQ Braunkohle

Seit fünf Jahren verteidigen Umweltschützende den einzigartigen Hambacher Wald

Längst ist der 12.000 Jahre alte Hambacher Wald, von dem ein großer Teil seiner ursprünglichen Fläche bereits dem Braunkohleabbau zum Opfer fiel, zu einem Symbolbild über den Klimaschutz geworden. Schaffen wir die Wende vom Kohleland zu einer Gesellschaft, die Klimaschutz endlich ernst nimmt?

Von den ursprünglichen 5.500 Hektar steht kaum mehr ein Zehntel. Dennoch ist dieser alte Wald, in dem über 300 Jahre alte Stieleichen und Hainbuchen stehen, ein Heim für viele einzigartige, mitunter bedrohte, Tierarten, die es zu schützen gilt. Auch deshalb harren seit nunmehr fünf Jahren Umweltschützende in selbst errichteten Baumhäusern im Wald aus, um diesen vor weiterer Abholzung zu bewahren.

Die Umweltorganisation BUND hat RWE auf Unterlassung der Rodungen im Hambacher Wald verklagt. Die Chronik…

  • 22.11.2017: RWE schlägt den Vergleichsvorschlag des Kölner Verwaltungsgerichtes aus, der vorsah, von Rodungen abzusehen bis eine neue Bundesregierung ihre Linie zur Kohleverstromung gefunden habe.
  • 24.11.2017: Klage in erster Instanz vom Kölner Verwaltungsgericht abgewiesen. Der BUND verkündet umgehend, in Berufung gehen zu wollen. Die Folge: Ein rechtskräftiges Urteil liegt nicht vor.
  • 24.11.2017: Obwohl der Rechtsstreit weiter andauert, entscheidet sich RWE mit den Rodungsarbeiten im Wald zu beginnen. Mit den eingeleiteten Rodungen soll der letzte Teil des Waldes verschwinden, womit die Klage des BUND gegenstandslos würde. Die Rodungsmaschinerie wird von massivem Polizeiaufgebot begleitet. Die Waldbesetzung durch die Umweltschützenden soll geräumt werden. Es wird mit Ausschreitungen gerechnet.
  • 24.-28.11.2017: Die Lage ist angespannt. Polizei und Umweltschützende haben erste Auseinandersetzungen. Erste Baumfällungen am Rande des Waldes finden statt, Schneisen werden in den Wald geschlagen.
  • 28.11.2017: Einem Eilantrag des BUND die Rodungen auszusetzen, solange der Prozess noch läuft, wird stattgegeben. Nun liegt die Entscheidung über das Schicksal des Waldes beim Oberverwaltungsgericht Münster.

Der Kampf um den Erhalt des Waldes geht weiter

Am Donnerstag, dem 30. Nov., wurde dann auf Antrag der GRÜNEN Landtagsfraktion eine Debatte über die Rodungen im Hambacher Wald abgehalten. Leider standen wir mit unserer Meinung, der Wald müsse unbedingt erhalten bleiben und wir endlich den Kohleausstieg einleiten, ziemlich alleine da.

Wir werden nicht Kleinbei geben und uns weiter lautstark für diesen Wald einsetzen!

 Kohle – Themenseite.

Eine Themenseite rund um den Kohleabbau. Hier gibt’s Infos zu Hintergründen und unseren Positionen.

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Keine Rodungen im Hambacher Wald: Offener Brief an RWE