Zeitsouveränität und Mündigkeit im demokratischen Sozialstaat

Samstag, 15. August 2015, 11:00 Uhr Bis 15.08.2015 14:00 Uhr Geschäftsstelle GRÜNE Dortmund, Königswall 8, 44137 Dortmund

„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen ha­ben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen dar­über. Dieses Geheimnis ist die Zeit.“[1]

Die öffentliche Debatte um die Entwicklung unseres Sozialstaats ist stark von der Höhe der Regelsätze und den Sanktionen des SGB II geprägt. Kern der for­dernden (aktivierenden) gesetzlichen Regelung des SGB II ist aber nicht etwa die Höhe des Regelsatzes, sondern die weitestgehende Enteignung der Zeit­souveränität der Leistungsbezieherinnen und Leis­tungsbezieher wie sie das SGB II über das Fordern zum Ausdruck bringt und mittels Sanktionen durch­setzt. Die Enteignung der Zeitsouveränität kategorisiert die Mündigkeit der Menschen in ihrer Art der Einbringung in das Gemeinwesen und spricht ihnen ihre Mündigkeit ab. In der Fol­ge tre­ten sogenannte „Anreize“ an die Stelle der Mündigkeit.

Die Enteignung der Zeitsouveränität steht damit im Konflikt mit der Mün­digkeit der Bürgerinnen und Bürger als Souverän des Gemeinwesens. Wie dieser Kon­flikt in die Gesellschaft hineinwirkt wollen wir mit euch dis­kutieren und unsere Erfahrungen aus unseren politischen Debatten tei­len.

Die Ergebnisse unserer gemeinsamen Überlegungen sollen in das Treffen des GRÜNEN Netzwerks Grundeinkommen am 12. September 2015 in Fulda hinein­getragen wer­en.

„…wer die Zeit der Menschen besitzt, der hat unbegrenzte Macht!“ [2]

Mehr:

[1, 2] Momo, die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte (Michael Ende)