- Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Die gegenwärtige Bildung bereitet Menschen erst in Ansätzen auf aktuelle und kommende Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung vor. Eine transformativ angelegte Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist dringend notwendig. Die entsprechende pädagogische sowie demokratische Herausforderung wird offenkundig angesichts wachsender Erschöpfung endlicher natürlicher Ressourcen, einer wachsenden Belastung einzelner Menschen wie sozialer Systeme, und ist in Zeiten weltwirtschaftlicher Instabilitäten sowie schärfer hervortretenden Konflikten innerhalb unserer Gesellschaft und zwischen Staaten immer dringender geboten.
- Die von der UNESCO definierte „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) hat das Ziel, die Menschen zu befähigen, sich aktiv an der Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Gesellschaft zu beteiligen. Dabei sollen globale und zeitliche Aspekte berücksichtigt werden. Zu dieser Form der Zukunftsbildung gehört eine entsprechende Interdisziplinarität. Die Ausbildung eines stärkeren Vernetzungsdenkens, das kurz- und langfristige Zusammenhänge von Natur, Gesellschaft und Wirtschaftsweise erkennt und respektiert, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig sollte das Wissen, das dabei vermittelt wird, den Lernenden helfen, Selbstwirksamkeit zu erfahren sowie individuell und gemeinschaftlich nachhaltige Gestaltungs- und Handlungsoptionen zu bestimmen und umzusetzen. Mit der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BNE) sollen die Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Werte, Einstellungen, Bereitschaft usw.) erreicht werden, sich – innerhalb eines partizipativen Prozesses – für eine nachhaltige Entwicklung (global und im eigenen Lebensumfeld) einsetzen zu können. Die im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2014-2019 angestoßenen Prozesse (Nationaler Aktionsplan BNE, Konzepte einiger Bundesländer, kommunale Programme sowie begonnene Implementation in Fachlehrpläne und Ausbildungsordnungen) gilt es zu verstetigen und weiterzuentwickeln.
- Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine Aufgabe entlang der gesamten Bildungskette (elementare Bildung, Primarstufe, Sekundarstufen inklusive beruflicher Bildung, tertiärer Bereich, also Hochschule und Erwachsenenbildung) und wäre somit für alle pädagogischen Konzepte und damit für alle Schulfächer, Ausbildungsberufe und Studiengänge ein zentrales Leitbild zur Gestaltung des pädagogischen Angebots. Dies gilt gleichermaßen für staatliche wie kommunale und zivilgesellschaftliche Bildungsträger und für die Vernetzung von schulischer und außerschulischer Bildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) würde auch in fachübergreifenden Bildungskonzepten wie „Kulturelle Bildung“, „Umweltbildung“ „Globales Lernen“, „Friedenserziehung“, „Demokratiepädagogik“ usw. für die Ausgestaltung der Bildungsangebote entsprechend berücksichtigt werden müssen.
- Die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN (Sustainable Development Goals – SDGs) sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung sind Kern der Programmatik unserer grünen Partei. Das sollte kommunal sowie auf Länder- und Bundesebene deutlich werden.
Beschlossen auf der LDK vom 15./16.06.18
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