Elektromobilität

Mehr NRWagen: Initiative für ein nordrhein-westfälisches Elektromobil

  • Grüne stellen Initiative für ein nordrhein-westfälisches Elektromobil für den Massenmarkt vor.
  • In einem E-Mob-Lab.NRW und einer E-Mobilitäts-Universität werden netzwerkartig die Prozesse organisiert.
  • In fünf Jahren soll der Prototyp fertig sein und die Massenproduktion beginnen.

Die GRÜNEN NRW haben am 24. April unter dem Motto „NRWagen“ ihre Initiative für ein nordrhein-westfälisches Elektromobil für den Massenmarkt vorgestellt. Im Rahmen eines E- Mob-Lab.NRW wollen sie für eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik sorgen. Es soll die Innovatoren, klassische Hersteller, Forschende aus der Batterieforschung und -herstellung, der Zulieferindustrie, der IT, den Praktikern, Finanziers und die Zivilgesellschaft auf vielen Ebenen zusammenbringen und vernetzen, So können durch Begegnung – der Kollision von Ideen – am Ende marktfähige Lösungen entstehen.

Die Energiewende muss jetzt auf die Straße. Nordrhein-Westfalen kann sich keine zweite energiepolitische Fehlentscheidung leisten. Die Entscheidungen der ehemaligen schwarz- gelben Landesregierung zwischen den Jahren 2005 und 2010 für Kohlekraftwerke liegen wie Blei auf der Zukunft des Landes. Die mittelständische Automobil-Zulieferindustrie steht nun am Scheideweg, ob sie dem Versprechen hoher aber kurzfristiger Gewinne durch den Verbrennungsmotor folgen möchte oder ob sie heute Strukturen für die Gewinne von morgen schafft.

Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann, betont die Bedeutung des Vorhabens:

„Wir wollen unsere Kompetenz in Wissenschaft und Forschung nutzen, damit in Nordrhein- Westfalen noch mehr Zukunft entsteht. Wir haben in Nordrhein-Westfalen beste Voraussetzungen, die wissensintensiven Arbeitsplätze in der Elektrotechnik und Chemie zu schaffen.“

Die Zielsetzung beschreibt Umweltminister Johannes Remmel:

„NRW hat mit seiner starken Autozulieferindustrie das Zeug, zum Marktführer der Elektroauto- Produktion zu werden. Dazu braucht es mutige Entscheidungen der Unternehmen und eine volle Unterstützung der Landesregierung. Zum Beispiel mit einem Netzwerk-Labor „E-Mob-Lab.NRW“. So wollen wir mehr NRWagen.“

Im Bewusstsein, dass der Markt, also die großen Automobilhersteller, es aus eigenem Antrieb nicht schafft, massenkompatible Produkte bereitzustellen, braucht es weitere Impulse für eine marktfähige Produktion von Elektrofahrzeugen in Nordrhein-Westfalen.

Die bereits vorhandenen Kompetenzen und Potenziale werden gebündelt:

  • In einem ersten Schritt wollen wir in einem landesweiten Netzwerk die Anwenderinnen und Anwender mit der Forschung vernetzen.
  • In den kommenden fünf Jahren entsteht gemeinsam mit den Kommunen ein offenes Labor und eine Fabrik zur Entwicklung eines weiteren nordrhein-westfälischen Elektromobils. Das Ziel muss sein, innerhalb der nächsten Legislaturperiode einen Prototyp zu entwickeln, der mittelfristig in die Massenproduktion gehen kann.
  • Dieser Prozess soll mit einer virtuellen E-Mobilitäts-Universität begleitet werden, damit das vorhandene Wissen noch schneller Verbreitung ndet. Die vorhandenen Fakultäten werden so noch besser miteinander vernetzt.
  • Per Crowdfunding beteiligen sich Bürgerinnen und Bürger sich an dieser Entwicklung. Hierüber wird weiteres Kapital – abgesichert unter anderem durch die NRW.BANK – gesammelt, damit in Nordrhein-Westfalen weitere Elektroautohersteller entstehen und perspektivisch den Massenmarkt bedienen können.
  • In der nächsten EFRE-Förderperiode wird Elektromobilität einer der Förderschwerpunkte Nordrhein-Westfalens. In diesem Zusammenhang werden hier noch mehr F&E-Mittel für die Kompetenz- und Produktionsentwicklung bei der Elektromobilität konzentriert.

NRW setzt Impulse: E-Mob-Lab.NRW

Die bestehenden Informationsnetze und Kompetenzzentren zur Elektromobilität wol- len sollen mit der Zivilgesellschaft und mit dem Wissen der Praktiker vernetzt werden. Die jeweiligen regionalen Cluster von Aachen über das Rheinland, das bergische Land, das Ruhrgebiet, das Münsterland und Ostwestfalen haben nicht die Dichte für ein neu- es Silicon Valley der Elektromobilindustrie, um Vorreiter für Elektromobilität zu werden.

In einem offenen Politik-, Entwicklungs- und Produktionslabor E-MobLab.NRW – eine Art nordrhein-westfälische Werkbank für Elektromobilität – wollen wir mit dem klaren Fokus auf eine massentaugliche Fertigung von Elektroautos den hierfür erforderlichen Innovationsprozess fördern. Das Wissen haben wir, aber nicht die Organisationsform. Hierfür schaffen wir Gelegenheiten, damit sie ausgenutzt werden können.

E-Mob-Lab.NRW ist ein landesweites Labor. Der sichtbare Rahmen ist eine Online Plattform. E- Mob-Lab.NRW:

  • organisiertIdeenkonferenzen für Unternehmen, Forschende, Praktiker und Investoren.
  • entwickelt Ausbildungskonzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie.
  • organisiert Lösungsworkshops an denen zeitlich verdichtet – wie bei Hackathons – an einem Ort interdisziplinär für konkrete Probleme konkrete Lösungen ausgebrütet werden.
  • organisiert Forschungsstipendien u n d Austauschprogramme für Forscher und Praktiker in Unternehmen und Zivilgesellschaft zur internationalen Vernetzung hier und dort.
  • organisiert den Rahmen für wissenschaftliche Sabbaticals.
  • überzeugt Kommunen hierfür Co-Working-Spaces und entsprechende Gewerbe ächen für Start-Ups anzubieten beziehungsweise anbieten zu lassen.
  • führt Patentberatungen durch und unterstützt Lösungen für ein kollektiv Eigentumrechtsmanagement.
  • organisiert den Austausch mit Risikokapitalgebern (ggf. Crowd-Investing), Business-Angels und industriellen Investoren.
  • überzeugt Finanzinstitute (NRW.Bank, Sparkassen), dass diese regionaktivierende Innovationsprozesse unterstützend finanziert werden.
  • organisiert Ideen-Scouts und Experten für Problemlösungen.

E-Mob-Lab.NRW sorgt für eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik, die Innovatoren, klassische Hersteller, Forschende aus der Batterieforschung und –herstellung, der Zulieferindustrie, der IT, den Praktikern, Finanziers und die Zivilgesellschaft auf vielen Ebenen zusammenbringt und vernetzt, damit durch Begegnung – der Kollision von Ideen – am Ende marktfähige Lösungen entstehen.

NRW schafft Nachfrage und Infrastruktur

Ohne Nachfrage entsteht kein Markt für Elektromobilität und ohne Infrastruktur fährt kein Fahrzeug elektrisch. Daher wird das Nordrhein-Westfalen initiativ und

  • schafft die vergaberechtlichen Voraussetzungen, dass bis zum Jahr 2025 die zivilen Fahrzeuge der Landesverwaltung vollständig elektrisch fahren.
  • initiiert Forschung, um Prototypen für ausgewählte elektrische Fahrzeuge für spezielle Einsatzgebiete entstehen zu lassen.
  • schafft auf landeseigenen Grundstücken die Voraussetzung, dass der behördeninterne Verkehr durchweg elektronisch funktioniert. Öffentliche Parkplätze an landeseigenen Behörden werden mit Ladestationen ausgerüstet.
  • beteiligt sich das Land mit eigenen Immobilien an Modellversuchen um Solarenergie und Batterien im Quartier miteinander zu vernetzen.

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