Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz am 25. Mai 2025.
Die Grüne Landtagsfraktion, die Grünen Mitglieder der Landesregierung sowie Grüne Mitglieder des Bundestags aus NRW sollen sich für eine Vernetzung aller eingesetzten Reanimations-Apps einsetzen. Damit Alarmierungen von freiwilligen Helfer*innen auch überregional erfolgen können.
Wir wollen Anreize schaffen für die Städte und Kommunen, die Reanimations-Apps als Ergänzung für den Rettungsdienst zu installieren, so wie es auch das ERC (European Resuscitation Council) seit Jahren empfiehlt. Alle eingesetzten Apps müssen zur Evaluation allen Helfer*innen die Möglichkeit für einen Feedbackbogen geben.
Der Zugang für Anträge der Unfallkasse NRW, zum Beantragen für entstandene Schäden oder physischen/psychologischen Verletzungen muss jederzeit möglich sein.
Wir wollen Städte und Kommunen finanziell bei der Bewerbung zu unterstützen, um möglichst viele freiwillige Helfer*innen zu gewinnen.
Das Akute Koronarsyndrom (ACS) ist in westlichen Industrienationen seit Jahrzehnten eine der häufigsten Todesursachen. Bei einem Notfall zählt dabei jede Sekunde. Hierbei können Reanimations-Apps wie KATRETTER-App (Fraunhofer FOKUS); Mobile Retter-App (medgineering GmbH); corhelp3r-App (umlaut telehealthcare GmbH) helfen. Diese Apps wirken ergänzend zur Regelrettung entscheidend auf die Rettungskette ein. Hier können sich Ersthelfer*innen und alle medizinischen Fachkräfte registrieren lassen. Sollte es zu einem medizinischen Notfall in ihrer Umgebung kommen, werden diese freiwilligen Helfer*innen kontaktiert.
Spätestens seit der Reportage vom SWR zum Thema Reanimationen in Deutschland ist klar, dass es in Deutschland noch viele Lücken bei der Hilfeleistung bei einem Herzstillstand gibt. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes können hiermit freiwillige Helfer*innen alarmiert werden, um die Zeit zu überbrücken und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung zu starten. Allein im Kreis Soest konnten wir mit Hilfe von Freiwilligen unsere Überlebensrate steigern. Vor Einführung der App gab es bei Reanimationen eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 14 %. Mit der CorHelper- App zur Alarmierung von freiwilligen Helfer*innen konnten wir diese auf 32 % steigern. Ähnliche Statistiken lassen sich auch in anderen Kreisen, in denen Reanimations-Apps genutzt werden, wiederfinden. Jedes gerettete Leben ist wertvoll. Jedes Leben, ist ein*e Mitbürger*in, die noch immer am Gemeinleben teilnehmen kann. Die Alarmierung von Ersthelfer*innen per Smartphone hat sich bewährt. Hierbei werden ehrenamtliche Ersthelfer*innen per App über einen Notfall in ihrer unmittelbaren Nähe informiert und zum Notfallort navigiert. Dort können sie schnell Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten und helfen, Leben zu retten. Nahstehende Defibrillatoren werden angezeigt und die zuständige Leitstelle navigiert die Ersthelfer*innen durch den Notfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Mittlerweile gibt es in vielen Kreisen und Kommunen in NRW eine Variante dieser Reanimations-Apps, die über unterschiedliche Funktionen verfügen und in unterschiedlichen Regionen etabliert sind. Eine systemübergreifende oder regionsübergreifende Alarmierung ist in den meisten Fällen nicht möglich. Das vermindert die Anzahl der alarmierbaren Ersthelfer*innen dramatisch. Die Folge: „Notfall-Lücken“ tun sich auf. Dabei zeigen die Studien des European Resuscitation Council (ERC), dass eine frühzeitige, versierte Herz-Lungen-Wiederbelebung von entscheidender Bedeutung für das Überleben ist. Menschen, die sich freiwillig engagieren und ihre Daten in diese Apps einpflegen, lassen sind üblicherweise sehr gut ausgebildet in der Durchführung einer solchen Maßnahme. Daher ist es wichtig, die Ressourcen zu bündeln und eine überregionale Vernetzung zu schaffen. Damit alle Leitstellen ungeachtet der jeweiligen Reanimations-App auf jede*n Freiwillige*n zugreifen können. Durch die geplante Vernetzung der Reanimations-Apps über eine gemeinsame, neutrale Plattform sollen diese Lücken geschlossen werden. Die Plattform soll es künftig ermöglichen, bei einem Notfall regionsübergreifend Ersthelfer*innen zu alarmieren, auch wenn sie in unterschiedlichen Apps registriert sind.
Die Björn Steiger Stiftung und der Partner CombiRisk sind bereits in Gesprächen mit Hersteller*innen von Reanimations-Apps, doch muss die Politik sowie die Träger der Rettungsdienste diese Bestrebungen stärker unterstützen. Nur ein flächendeckendes und vernetztes System aus allen Kreisen und Apps, schafft es die Lücke in der Rettungskette zu schließen. Damit wir mehr Menschenleben retten können.
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