Die Luft in Dutzenden Städten ist so stark verschmutzt, dass jedes Jahr Tausende Menschen daran sterben. Zudem drohen Fahrverbote für Millionen Auto-Besitzer. Dabei könnte die Bundesregierung die Situation schnell verbessern.
Wir GRÜNE haben am Donnerstag ein 6-Punkte-Sofort-Programm für saubere Luft vorgestellt:
• Hardware-Nachrüstung aller betroffener Diesel auf Euro-6-Norm – auf Kosten der Auto-Konzerne, NICHT der Steuerzahler
Die Automobilindustrie hat die Verbraucher*innen und die Öffentlichkeit massiv getäuscht. Mit Hilfe manipulierter Software, illegaler Abschaltvorrichtungen und unrealistischer Testbedingungen wurden Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen viel zu niedrig angegeben und gesetzliche Vorgaben umgangen. Die Automobilindustrie ist in der Pflicht, hier rasch Abhilfe zu schaffen. Und zwar auch durch den Einbau von Nachrüstsets, da dies viel wirkungsvoller ist als nur die Software entsprechend anzupassen. Den Fahrzeughalter*innen darf dadurch kein finanzieller Schaden entstehen, schließlich sind sie die Betrogenen. Und auch die Allgemeinheit soll nicht mit ihren Steuergeldern für die betrügerischen Machenschaften der Automobilindustrie herhalten.
• Rasche Einführung der Blauen Plakette
Falls es zur Anordnung von Dieselfahrverboten durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kommt, sollen wenigstens die relativ saubereren Dieselfahrzeuge der Euro-6-Norm noch in den Städten fahren dürfen. Dafür bedarf es aber einer besonderen Kennzeichnung – der Blauen Plakette – damit die Behörden auch kontrollieren können, wer in die entsprechenden Fahrverbotszonen fahren darf und wer nicht. Die Bundesregierung weigert sich bislang, eine solche Plakette in der Straßenverkehrsordnung vorzusehen. Das hat zur Folge, dass alle Dieselfahrzeuge ohne Ausnahme von einem Fahrverbot betroffen wären.
• Dieselsubventionen schrittweise streichen
Diesel wird niedriger besteuert als Benzin und ist deshalb preiswerter. Da Benzinmotoren aber deutlich weniger Stickoxide ausstoßen als Dieselmotoren, ist diese versteckte Subvention kontraproduktiv. Es ist deshalb dringend notwendig, schrittweise gleiche Steuersätze für Diesel und Benzin einzuführen.
• Busse und Bahnen billiger durch Befreiung von der Mehrwertsteuer
Fahrgäste bezahlen für Bus- und Bahntickets zurzeit 7 Prozent Mehrwertsteuer. Bei längeren Fahrten werden sogar 19 Prozent fällig. Falls der Staat auf diese Mehrwertsteuer verzichten würde, wird die Fahrt mit dem ÖPNV automatisch preiswerter und damit für viele Menschen attraktiver.
• Umweltspuren für Busse und Fahrräder
Der Autoverkehr nimmt in einer Stadt den meisten Platz ein. Damit Busfahren bequemer wird und die Busse weniger im Stau stehen, sollten auf mehrspurigen Straßen eine Spur für Busse und Radverkehr reserviert werden. Auch Radfahrer*innen kämen so schneller und sicherer ans Ziel, da an vielen Straßen keine Radspuren existieren oder nur viel zu schmale Fahrradwege. Mit weniger Autos und mehr Bussen und Fahrrädern wird die Luft automatisch besser.
• Ein 2-Jahres-Ticket für Bus und Bahn in ganz NRW als „Abwrackprämie“
Wer sein Dieselauto abschafft und zukünftig Bus und Bahn nutzt, soll dafür belohnt werden, da er etwas für bessere Luft tut. Zwei Jahre umsonst den Nahverkehr zu nutzen würde viele Bürger*innen zum Umstieg bewegen, die nicht unbedingt auf ein eigenes Auto angewiesen sind.
Neuste Artikel
Stoppt die Novelle des Heizungsgesetzes!
Die Bundesregierung muss sich beim Heizungsgesetz endlich von Sachverstand statt Habeck-Neurosen leiten lassen. Das bestehende Heizungsgesetz ist ein Erfolg für Klimaschutz, Wirtschaft und Unabhängigkeit! Darum funktioniert es: Klimaschutz: Deutschland setzt damit wichtige Weichen für das Erreichen der Klimaschutzziele. Kostensicherheit: Öl und Gas werden absehbar teurer, wer jetzt auf fossile Brennstoffe setzt, zahlt morgen drauf. Unabhängigkeit:…
Grüne in Verantwortung
Hambi bleibt
Hambi bleibt – acht Jahre nachdem wir zusammen mit tausenden Klimaschützer*innen für den Erhalt des Hambacher Waldes gekämpft haben, steht fest: Der Wald am Rand des Braunkohle-Tagebaus Hambach wird dauerhaft unter Schutz gestellt und zum Wildnisentwicklungsgebiet weiterentwickelt. Flächen, die aktuell noch der RWE Power AG gehören, sollen bis 2035 öffentliches Eigentum werden. Breite Waldkorridore vernetzen benachbarte…
Grüne in Verantwortung
Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren: Nordrhein-Westfalen entlastet Bürger*innen und Unternehmen
Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sollen künftig spürbar von Bürokratie entlastet werden. Dafür hat das Landeskabinett ein Maßnahmenpaket mit mehr als 30 konkreten Vorhaben beschlossen. Ziel ist es, Verfahren zu beschleunigen, Prozesse zu vereinfachen und unnötige Bürokratie abzubauen. Zu den geplanten Maßnahmen gehört unter anderem der Ausbau digitaler Kommunikation in der Verwaltung: In…
Ähnliche Artikel
Landwirtschaft
Wo Eier drin sind, muss Kennzeichnung drauf
Aldi nimmt alle Eier aus den Regalen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher machen sich Sorgen. Und der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt? Spielt herunter und wehrt ab. Wir wollen den Skandal restlos aufklären und fordern u.a. eine Kennzeichnung von Lebensmitteln, in denen Eier verarbeitet sind (Nudeln, Kekse u.a.).